Neue Initiative fördert offene Kommunikation über Tierversuche

Neue Initiative fördert offene Kommunikation über Tierversuche

Eine offene Kommunikation über ein umstrittenes Thema wie Tierversuche ist wichtig. Die neue Transparenzinitiative will diese fördern: Foto: Understanding Animal Research

Tierversuche werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Umso wichtiger erscheint eine offene Kommunikation zu diesem Thema. Die Informationsinitiative Tierversuche verstehen hat sich daher mit der ständigen Senatskommission für tierexperimentelle Forschung (SK) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zusammengetan. Sie wollen für einen offenen Umgang mit dem Thema Tierversuche werben und starten am 1. Juli die „Initiative Transparente Tierversuche“.

Wissenschaftler*innen können Tierversuche in manchen Fällen bereits durch Alternativmethoden ersetzen oder deren Umfang reduzieren. Dennoch bleiben sie ein wichtiger Bestandteil der biomedizinischen Forschung und werden auf absehbare Zeit nicht gänzlich zu ersetzen sein. Der transparenten Kommunikation über wissenschaftliche und ethische Aspekte der tierexperimentellen Forschung komme daher eine besondere Stellung zu, sagt DFG-Präsidentin Katja Becker in einer gemeinsamen Pressemitteilung von DFG und Tierversuche verstehen. Es gehe darum, der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, dass aktuell leider noch nicht alle Tierversuche in der lebenswissenschaftlichen Forschung vermieden werden können. Becker: „Gleichzeitig wollen wir herausstellen, dass jeder Tierversuch erst nach sorgfältiger ethischer Abwägung des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns gegen das potenzielle Leid der Tiere erfolgt.“

„Unterstützung durch die gesamte Wissenschaftsgemeinschaft, um so dem Transparenzgedanken größtmögliches Gewicht zu geben.“ – Prof. Brigitte Vollmar, Vorsitzende der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung

Die Ständige DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung und “Tierversuche verstehen” haben die “Initiative Transparente Tierversuche” gemeinsam ins Leben gerufen. Darin erklären Universitäten, Klinika, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, forschende Unternehmen sowie Fachgesellschaften und Förderorganisationen, dass sie sich aktiv in den öffentlichen Dialog über Tierversuche einbringen wollen. Zudem möchten sie offen und nachvollziehbar zu diesem Thema informieren.

Solide und umfassende Informationen Zum Thema Tierversuche

Alle Unterzeichnenden sind auf einer eigenen Webseite gelistet, die fortlaufend aktualisiert wird. Dort finden sich auch Beispiele für gelungene Kommunikation zu Tierversuchen. Darüber hinaus gibt es Informationen, die den Unterzeichnenden bei der Umsetzung der genannten Ziele helfen. Die Vorsitzende der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung, Brigitte Vollmar, hofft auf eine „Unterstützung durch die gesamte Wissenschaftsgemeinschaft, um so dem Transparenzgedanken größtmögliches Gewicht zu geben.“

„Wir wollen die Unterzeichnenden darin unterstützen, ihre transparente und offene Diskussion zur Forschung mit Tieren weiter voranzutreiben.“ – Prof. Stefan Treue, Sprecher “Tierversuche verstehen”

Fünf Jahre nachdem „Tierversuche verstehen“ an den Start gegangen ist, sieht deren Sprecher, Stefan Treue, in der jetzt gestarteten Transparenzinitiative einen weiteren wesentlichen Schritt hin zu einem proaktiveren Umgang mit tierexperimenteller Forschung. Die neue Transparenzinitiative knüpfe an jene Ziele an, mit denen Tierversuche verstehen 2016 gestartet ist. Es gehe darum, das gesellschaftliche Interesse an Tierversuchen ernst zu nehmen. Darüber hinaus werde die Grundlage dafür geschaffen, dass sich alle auf Basis solider und umfassender Informationen mit dem Thema auseinandersetzen können, so Treue. „Wir wollen die Unterzeichnenden darin unterstützen ihre transparente und offene Diskussion zur Forschung mit Tieren weiter voranzutreiben.“

 Pressemitteilung zum Start der Initiative

 Press release on the start of the initiative (englisch)

 


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