Faktencheck-Reihe:
Vier Behauptungen zur Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Tierversuchen

Faktencheck-Reihe: <br/>Vier Behauptungen zur Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Tierversuchen

Verschiedene Behauptungen führen immer wieder zu dem Schluss, eine Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Tierversuchen sei nicht möglich. Aber sind die Behauptungen auch stichhaltig? Foto: Fotolia

Auch wenn man „Mausi“ gelegentlich als menschlichen Kosenamen hört und Menschen von zweifelhaftem Charakter gelegentlich als „Ratte“ bezeichnet werden, unterscheiden sich Homo sapiens und Mus musculus oder Rattus norvegicus äußerlich beträchtlich. Der auffälligste und zugleich für viele wissenschaftliche Fragestellungen tatsächlich bedeutsame Unterschied ist die Größe bzw. das Gewicht. Eine Maus bringt es auf ca. 20-30g, eine Ratte auf das ca. 10-fache, ein erwachsener Mensch auf etwa das 2,5-tausendfache.

Unter anderem diese Ungleichheit ist es, die zusammen mit weiteren Zahlen und Statistiken immer wieder belegen soll, dass sich aufgrund der Verschiedenheit von Mensch und Tier Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf Menschen übertragen lassen; sie seien damit für die Medizin vollkommen wertlos. Solche Behauptungen münden dann in dem Schluss, diese mangelnde Übertragbarkeit gefährde Patienten und behindere den medizinischen Fortschritt.

In den folgenden Beiträgen beleuchtet die Initiative „Tierversuche verstehen“ daher die Bedeutung von Ergebnissen aus Tierversuchen für die Humanmedizin und prüft folgende vier Behauptungen auf Stichhaltigkeit:

1. “Sorry, aber wir sind einfach zu verschieden!”

2. “Der Mensch ist keine 70-Kilo-Ratte!”

3. “92% der Tierversuche sind nicht übertragbar!

4. “58.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an unerwünschten Nebenwirkungen von zugelassenen Medikamenten, die im Tierversuch für sicher befunden wurden.”