Recherche zeigt: Niederlande halten Ausstieg aus Tierversuchen für derzeit nicht realisierbar

Recherche zeigt: Niederlande halten Ausstieg aus Tierversuchen für derzeit nicht realisierbar

Die Abschaffung von regulatorischen Tierversuchen ist im Binnenhof, dem Sitz des niederländischen Parlaments in Den Haag, derzeit kein Thema mehr. Foto: Christian Müller/Fotolia

Vielerorts gelten die Niederlande als Vorbild für den Ausstieg aus Tierversuchen – zu Unrecht, wie Recherchen der Redaktion von Tierversuche verstehen nun ergeben haben. Gesetzesinitiativen und Regierungsvorhaben, um aus Tierversuchen auszusteigen, standen und stehen nicht auf der Tagesordnung, teilte das niederländische Agrarministerium auf Anfrage der Initiative Tierversuche verstehen mit. Es sei nicht beabsichtigt, Tierversuche zu stoppen, ohne dass es adäquate Alternativmethoden gebe. In der Grundlagenforschung seien Alternativmethoden zu Tierversuchen noch nicht weit genug entwickelt.

 

Außerhalb der Niederlande waren die Ambitionen auf eine große Resonanz gestoßen. Der angebliche Ausstiegsplan solle als Vorbild für alle EU-Staaten gelten, um den Stopp von Tierversuchen auch EU-weit zu vollziehen, forderten Interessengruppen. Was in den Niederlanden möglich sei, das lasse sich auch EU-weit umsetzen, hieß es auch in vielen Berichten, Stellungnahmen, parlamentarischen Anfragen und Anträgen.

 

Das Hintergrund-Papier von Tierversuche verstehen kann durch einen Klick auf das Titelbild (rechts) heruntergeladen werden!

 

Hintergrundpapier dokumentiert Entstehung und Verlauf der Debatte

Das Hintergrundpapier der Initiative Tierversuche verstehen mit dem Titel “Vorbild für Europa? Tierversuchs-Ausstieg in den Niederlanden – Mythos und Wirklichkeit” dokumentiert Entstehung und Verlauf der Debatte und beschreibt die tatsächlichen und geplanten Vorgänge in den niederländischen Institutionen.

 

Die Corona-Pandemie gibt der Debatte zusätzliche Brisanz: In einem aktuellen Essay im Fachjournal Current Biology fordern mehr als 80 niederländische Forscherinnen und Forscher mehr Unterstützung für die Forschung mit Tieren – insbesondere zum Coronavirus – und warnen vor zunehmender Bürokratie. Mögliche Alternativmethoden seien wichtig, aber vielfach noch zu limitiert.


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