“Keine Alternativen zum lebenden Organismus”

“Keine Alternativen zum lebenden Organismus”

Der Biochemiker Prof. Thomas Südhof von der Stanford University betont im Interview mit "Tierversuche verstehen" die hohe Bedeutung von Tierversuchen für den medizinischen Fortschritt. Foto: Karin Tilch/DPZ

Wenn es um das tiefere Verständnis von Krankheiten geht, führt für Prof. Thomas Südhof, kein Weg an Tierversuchen vorbei. „Es ist nicht so, dass Tierversuche alles erklären, aber es gibt keine Alternative zu einem lebenden Organismus. Wir sind als Menschen lebende Organsimen. Wir haben Organe“, erklärt der Medizin-Nobelpreisträger auf die Frage, ob er seine Forschung auch ohne Tierversuche hätte durchführen können. Die Vorgänge im Gehirn und in den Organen seien zu komplex, um sie am Computer nachzubilden.  Der Informationsinitiative “Tierversuche verstehen” gab der Medizin-Nobelpreisträger von 2013 ein exklusives Interview.

In der Gehirnforschung spielen Tierversuche eine wichtige Rolle, um Krankheiten besser zu verstehen. Man brauche „fundamentale Einsichten in das Leben von Nervenzellen und anderen Zellen im Gehirn“, betont Südhof. Die Erforschung könne nur im Tier erfolgen, weil es kein Gehirn außerhalb eines lebenden Organismus gebe. „Wir verstehen viel zu wenig vom Gehirn, um das Gehirn in den nächsten Jahrzehnten in einem Computer modellieren zu können.“

Einen großen Anteil am medizinischen Fortschritt durch Tierversuche sieht Südhof in der Krebsforschung und beim Kampf gegen Parkinson.

Zur Person: Prof. Thomas Südhof (62) ist ein deutsch-US-amerikanischer Biochemiker. Seit 2008 ist der gebürtige Göttinger Professor an der School of Medicine für molekulare und zellulare Physiologie der Stanford University. 2013 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für die Entdeckung von Transportprozessen in Zellen“ (gemeinsam mit James Rothman und Randy Schekman). Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Kommunikation von Nervenzellen über Synapsen – speziell Synapsen im Gehirn.


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