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Versuchstierzahlen in den Bundesländern 2019 – Factsheet

In Deutschland wurden 2019 nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit 2.902.348 geringfügig mehr Versuchstiere eingesetzt als im Vorjahr (2018: 2.825.066 Tiere)), unter anderem wegen eines Anstiegs bei Versuchen zum Artenschutz. Die Initiative Tierversuche verstehen hat die Versuchstierzahlen für die einzelnen Bundesländer analysiert und in einem Factsheet übersichtlich aufbereitet.

Das aktuelle Bundesländer-Factsheet auf Basis der gerade veröffentlichten Versuchstierzahlen für das Jahr 2019 zeigt Trends und Besonderheiten in den 16 Bundesländern und bietet eine umfangreiche Zusammenfassung verlässlicher Daten, Fakten und Grafiken. Jedes Bundesland besitzt eine individuelle Forschungslandschaft. In manchen Bundesländern sind beispielsweise mehr Forschungsinstitute oder pharmazeutische Industrie angesiedelt als in anderen. Ebenso verhält es sich zum Beispiel mit Hochschulen und angeschlossenen Universitätskliniken. Ein Vergleich der jeweiligen Gesamtzahl der Versuchstiere in den einzelnen Bundesländern in einer Rangliste ist daher wenig sinnvoll.

Mehr Versuchstiere in Artenschutz-Projekten

Eine Beobachtung aus den bundesweiten Versuchstierzahlen lässt sich auch auf Länderebene gut ablesen: Der Anstieg der Zahl von Versuchstieren, die beim Artenschutz eingesetzt wurden. Diese Zahl stieg 2019 bundesweit auf 166.502 Tiere an und versiebenfachte sich damit gegenüber dem Vorjahr (2018: 22.377 Tiere). Allein in Bayern kamen 147.163 Tiere in diesem Bereich zum Einsatz. Hierbei handelte es sich zum großen Teil um Fische. Sie dienten dazu, fischfreundliche Wasserkraftanlagen zu entwickeln und Fischtreppen in Gewässern zu verbessern.

Der Tierschutz spielte auch in Baden-Württemberg eine wichtige Rolle. So gab es im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg beim Einsatz von Krallenfröschen – von 1128 auf 10.027 Tiere. Es handelte sich hierbei um Kaulquappen, die in regulatorischen Versuchen, also in gesetzlich vorgeschriebenen Giftigkeitsprüfungen von Substanzen, zum Einsatz kamen. Die Versuche dienten dazu, mögliche schädliche hormonelle Effekte bei den Tieren durch Chemikalien in Gewässern zu entdecken. Diese Versuche sind durch Richtlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor der Zulassung neuer Chemikalien verbindlich vorgeschrieben. Die Ergebnisse helfen dabei, Frösche in der Natur zu schützen und geben zugleich Aufschluss über mögliche schädliche Auswirkungen der Chemikalien auf das Schilddrüsensystem von Menschen und anderen Säugetieren.

Auswirkungen von Corona erst im kommenden Jahr spürbar

Die Auswirkungen der aktuellen Corona-Forschung schlagen sich in den aktuellen Versuchstierzahlen noch nicht nieder. In diesem Zusammenhang weist die Initiative Tierversuche verstehen darauf hin, dass Impfstoffe und Medikamente vor ihrer Zulassung an Tieren getestet werden müssen; diese Tests sind gesetzlich vorgeschrieben. Auch in den einzelnen Bundesländern forschen aktuell verschiedene Institute und Pharmaunternehmen an einem COVID-19-Wirkstoff.

   Download: Fact Sheet-Sammlung 2019 als PDF 

   Archiv-Download: Fact Sheet-Sammlung 2018 

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