Gesellschaft für Virologie kooperiert mit „Tierversuche verstehen“

Gesellschaft für Virologie kooperiert mit „Tierversuche verstehen“

Die Forschung mit transgenen Tieren hat zu zahlreichen Therapien für den Menschen geführt. Foto: Understanding Animal Research

Die Initiative Tierversuche verstehen hat einen weiteren namhaften Kooperationspartner gewonnen. Die Gesellschaft für Virologie (GfV) unterstützt die Initiative ab sofort mit ihrem Expertenwissen aus dem Bereich der virologischen Forschung und will sich am gesellschaftlichen Dialog zum Thema Tierversuche beteiligen.

 

Die GfV verfolgt das Ziel, die Virologie durch Vermehrung und Austausch von Wissen auf dem Gebiet der virologischen Forschung zu fördern, vor allem im deutschsprachigen Raum. Dazu veranstaltet die Gesellschaft wissenschaftliche Tagungen, unterstützt das Publikationswesen und kooperiert mit anderen wissenschaftlichen Gesellschaften. In der GfV sind aktuell über 1100 Mitglieder vertreten.

 

Zellkulturen nur bedingt geeignet für virologische Forschung

 

„Tierversuche sind für die moderne virologische Forschung von sehr großer Bedeutung“, betont Prof. Dr. Hartmut Hengel, Präsident der GfV. So seien zwar Aufbau und Genom-Sequenzen vieler krankmachender Viren bereits heute weitgehend aufgeklärt und neu auftretende Viren meist schnell identifiziert. Es sei jedoch schwierig heraus zu finden, warum bestimmte Viren für Mensch und Tier gefährlich sind und wie diese bestimmte Krankheiten verursachen. „Zwar kann der Vermehrungszyklus vieler Viren in Zellkulturen studiert werden, aber für das Studium der Interaktion von Viren mit dem Abwehrsystem des Wirts eigenen sich Zellkulturen nur sehr bedingt“, sagt Hengel. Im Tierversuch hingegen würden verschiedene Zelltypen des Organismus zum Gesamtbild beitragen. Die immunologische Reaktion des infizierten Wirts könne zudem an Tieren „erst so richtig erforscht“ werden.

 

„Tierversuche sind für die virologische Forschung unverzichtbar“

 

In den vergangenen 30 Jahren haben Wissenschaftler eine breite Palette neuartiger Techniken entwickelt, die es erlauben, das Immunsystem von Mäusen zu beeinflussen. Dadurch sei es heute möglich, „bestimmte Gene der Maus komplett auszuschalten oder gezielt zu verändern“, sagt Hengel. Durch Infektionsexperimente genveränderter Mäuse ergebe sich die Möglichkeit zu erforschen, welche Zellen und Genprodukte des Immunsystems entscheidend zur Virusabwehr im Gesamtorganismus beitragen.

 

Grafik: Was ist eine genetisch modifizierte Maus?

Was ist eine genetisch modifizierte Maus?

Ein weiteres Forschungsfeld, in dem Tierversuche eine zentrale Rolle spielen, sei die Entwicklung neuer Impfstoffe. „Es ist sinnvoll und üblich, neuartige Impfstoffe im Tiermodell zu testen, bevor sie in klinischen Studien validiert werden“, betont Hengel.

 

Er ist der Meinung, dass „Tierversuche in der Infektionsforschung generell und speziell auch in der Virologie schlicht unverzichtbar“ sind.

 

Durch die Kooperation mit der Initiative Tierversuche verstehen erhoffe sich die GfV „einen verbesserten Zugang zum gesellschaftlichen Dialog über Sinn und Unsinn von Tierversuchen“. Die GfV möchte erreichen, dass gut geplante Tierversuche in Deutschland auch in Zukunft möglich bleiben. „Dieses Ziel zu erreichen ist wichtig, wenn wir Deutschland als wichtigen Wissenschaftsstandort erhalten wollen“, betont Hengel.


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