Warum tun Sie sich das an?

Warum tun Sie sich das an?

Cliodhna Quigley, Foto: Thomas Steuer

Cliodhna Quigley ist Wissenschaftlerin am Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ). Warum sie mit Rhesusaffen forscht, erzählt sie hier:

Cliodhna Quigley ist Wissenschaftlerin am Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung. Warum sie mit Rhesusaffen forscht, erzählt sie hier.

 

Ich untersuche, wie kognitive Mechanismen, zum Beispiel Aufmerksamkeit, die visuelle Wahrnehmung beeinflussen. Für meine Forschung bin ich auf Experimente mit Tieren angewiesen. Seit vier Jahren arbeite ich am Deutschen Primatenzentrum mit Rhesusaffen.

 

Cliodhna Quigley forscht an Rhesusaffen. Foto: Karin Tilch

Bevor ich damit anfing, habe ich mich gefragt, ob ich das mit gutem Gewissen tun könnte. Doch als Wissenschaftlerin bin ich überzeugt davon, dass die Arbeit mit Tieren für den Fortschritt in der Grundlagenforschung notwendig ist. Voraussetzung ist für mich jedoch, dass es dem Tier gut geht. Das kommt für mich immer vor dem Experiment. Tierversuche sind in Deutschland (zu Recht!) streng geregelt und mir persönlich sind die Bedingungen im Labor und das Verhältnis zwischen Wissenschaftlern und Affen sehr wichtig. So entscheiden zum Beispiel die Affen, wann das Experiment zu Ende ist und bestimmen dadurch die tägliche Datenmenge. Und wenn es den Affen gut geht, sind die Experimente am aussagekräftigsten.

 

Wir wissen alle, dass Tierversuche ein schwieriges Gesprächsthema sind. Aber ich bin überzeugt von meiner Arbeit und habe selten Bedenken, wenn mich jemand nach meinem Beruf fragt. Die meisten meiner Gesprächspartner sind vor allem neugierig auf die Affen. Haben sie Namen? (Ja!). Wie wohnen sie? (In Kleingruppen mit vielen Spielsachen). Was essen sie am liebsten? (Trauben sind beliebter als Bananen). Auch speziellere Details und Hintergründe diskutiere ich gerne und versuche zu vermitteln, wie wichtig mir das Wohlbefinden der Affen ist. Nicht nur, weil die gewonnenen Daten extrem wichtig sind oder wegen der ethischen Aspekte. Sondern auch, weil ich eine gute und kollegiale Zusammenarbeit mit den Tieren schätze.

 

 

Mehr über ihre Forschung und die emotionale Bindung zu den Affen erzählt Cliodhna Quigley in diesem Video:

 

 

Zuerst erschienen auf http://www.bestewelten.de/menschen/


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