Tiermedizinische Forschung setzt Tierversuche voraus

Tiermedizinische Forschung setzt Tierversuche voraus

Foto: Understanding Animal Research

Ohne die Erprobung von Behandlungen und Medikamenten an Tieren gäbe es für sie keinen medizinischen Fortschritt.

Ohne die Erprobung von Behandlungen und Medikamenten an Tieren gäbe es für sie keinen medizinischen Fortschritt. Prof. Hansjoachim Hackbarth ist Leiter des Tierschutzzentrums der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Er erklärt im Interview mit Tierversuche verstehen, wie mit Hilfe von Tierversuchen Tiere besser behandelt werden können und warum angehende Veterinäre Tierversuche durchführen müssen.

 

Warum sind Tierversuche zu tiermedizinischen Zwecken nötig?

Prof. Hansjoachim Hackbarth ist Leiter des Tierschutzzentrums der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Prof. Hansjoachim Hackbarth ist Leiter des Tierschutzzentrums der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Foto: privat

 

Prof. Hansjoachim Hackbarth: Nach dem neuen Tierschutzgesetz (2013) sind Eingriffe und Behandlungen an Tieren zur Aus-, Fort- und Weiterbildung Tierversuche im Sinne des Gesetzes. Somit ist eine tierärztliche Ausbildung ohne Tierversuche nicht möglich, da eine praktische Ausbildung wesentliche Voraussetzung einer tierärztlichen Ausbildung ist. Darüber hinaus müssen Medikamente und Therapien für Tiere auch an Tieren getestet werden. Eine moderne, innovative Tiermedizin ist somit ohne Tierversuche nicht denkbar.

 

Welche Fortschritte haben Versuche mit Tieren für die Behandlung von Tieren gebracht?

 

Prof. Hackbarth: Nahezu sämtliche Behandlungsmethoden, die heute bei Tieren routinemäßig eingesetzt werden, basieren auf Tierversuchen. Auch die Zulassung neuer veterinärmedizinischer Medikamente ist laut Arzneimittelgesetz nur möglich, wenn sie zuvor auch an der Zielspezies – also der jeweiligen Tierart – auf Wirkung und Nebenwirkungen getestet wurden. Die Fortschritte moderner Veterinärmedizin bis heute, aber auch in Zukunft waren und sind ohne Tierversuche kaum möglich.

 

Wie kann die Forschung an Tieren gleichzeitig Tierschutz fördern?

 

Prof. Hackbarth: Je mehr Wissen über Tiere vorliegt, umso besser kann man ihnen gerecht werden, umso besser kann man sie schützen. „Wissen schützt Tiere“ ist der Leitspruch des Tierschutzzentrums der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wo in vielen unterschiedlichen Forschungsprojekten wissenschaftlicher Tierschutz betrieben wird. Die Ergebnisse dieser Forschung stehen unter www.tierschutzzentrum.de jedermann zur Verfügung. Die Umsetzung der erzielten Ergebnisse hat in vielen Bereichen bereits zu einer konkreten Verbesserung des Tierschutzes und somit zu mehr Tierschutzgerechtigkeit geführt.

 


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