Nobelpreisträgerin begeistert Schülerinnen und Schüler

Nobelpreisträgerin begeistert Schülerinnen und Schüler

Die Schülerinnen und Schüler aus Gräfenhainichen trafen Nobelpreisträgerin Prof. May-Britt Moser (vorne rechts) in der nationalen Akademie der Wissenschaften,der Leopoldina in Halle (Saale). Foto: Markus Scholz

Es war der Höhepunkt des Videowettbewerbs „Triff die Nobelpreisträgerin!“: In der nationalen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina in Halle an der Saale, trafen 24 Schülerinnen und Schüler des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt) die norwegische Spitzenforscherin Prof. May-Britt Moser exklusiv im kleinen Kreis. In den Räumen der Wissenschaftsakademie diskutierten sie mit der Nobelpreisträgerin von 2014 unter anderem über Tierversuche in der biomedizinischen Forschung, aber auch über Persönliches.

Eine sehr freundliche und aufgeschlossene May-Britt Moser gab Einblicke in ihre Forschung mit Tieren. Sie nahm sich anderthalb Stunden Zeit, sich darüber mit den Schülerinnen und Schülern aus Sachsen-Anhalt auszutauschen.

May-Britt Moser diskutierte mit gut vorbereiteten Schülerinnen und Schülern.

Die Jugendlichen waren begeistert von der Neurowissenschaftlerin. Die 17-jährige Annemarie sah ihre Erwartungen übertroffen: „Man hat gemerkt, dass sie wirklich dafür lebt, was sie tut. Ihre Persönlichkeit ist auch rüber gekommen, sie hat viel Persönliches erzählt. Es war offen und herzlich. Ich fand das Treffen sehr schön.”
Wer hat schon die Möglichkeit mit einer Nobelpreisträgerin über Forschung und Tierversuche zu sprechen?  „Wahnsinn war das! Dieses Treffen wird bestimmt noch häufig in den kommenden Unterrichtsstunden zur Sprache kommen“, berichtet die Lehrerin Pia Krüger im Anschluss an das Treffen.

Zwei spannende Tage in Halle an der Saale

Die Aufregung war spürbar, als die Gewinner gemeinsam mit ihrer Ethik-Lehrerin in Halle (Saale) ankamen. Intensiv hatten sich die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Wochen im Ethikkurs der 11. Jahrgangsstufe auf das Treffen vorbereitet. Paula (17): „Man hat Frau Moser angemerkt, dass sie für ihren Beruf brennt. Und dass sie die Wissenschaft betreibt, um zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kommen. Und dass sie das nicht macht, um Geld zu verdienen.“ Die Schülerinnen und Schüler erhielten aus erster Hand spannende Einblicke in die Arbeit der Nobelpreisträgerin. So erfuhren sie, dass May-Britt Moser ihren Labortieren Namen gibt und dies auch von ihren Mitarbeitern erwartet. „Warum machen wir dies?“, fragte sie die verdutzten Schüler. Denn die hatten ihrerseits einen ganzen Katalog von Fragen vorbereitet, die sie loswerden wollten. Eine Schülerin hatte die richtige Antwort sofort parat: „Weil sie damit eine Beziehung zu Ihren Tieren aufbauen“

Unsere Ratten sind wie Esel: wenn es Ihnen nicht gut geht, dann bewegen Sie sich nicht. Und wenn sie sich nicht bewegen, dann können wir keine Daten über ihre Bewegungen aufnehmen.

Um Erkenntnisse aus Tierversuchen in der Verhaltensforschung zu gewinnen, müssen die Tiere zufrieden sein, so Moser: „Unsere Ratten sind wie Esel: wenn es Ihnen nicht gut geht, dann bewegen Sie sich nicht. Und wenn sie sich nicht bewegen, dann können wir keine Daten über ihre Bewegungen aufnehmen.“
Und dann wurde sie gefragt, warum sie eine Forschung mit Tieren weiter für erforderlich hält. Moser: „Wenn wir Verhaltensforschung betreiben, in der sich Lebewesen orientieren, dann ist dies nur mit Organismen möglich, die sich bewegen.“

Führung durch die Leopoldina Die Jugendlichen aus Gräfenhainichen erhielten Einblicke in die Geschichte der weltweit ältesten Wissenschaftsakademie.

Das außergewöhnliche Treffen mit May-Britt Moser hatten sich die 24 Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt beim Videowettbewerb „Triff die Nobelpreisträgerin!“ während einer Online-Abstimmung erkämpft. Mit ihrem Video-Beitrag zum Thema Tierversuche setzten sie sich gegen sieben weitere Konkurrenten durch, die es auf die Shortlist geschafft hatten.

Mit einer historischen Straßenbahn ging es zunächst vom Hauptbahnhof zur Leopoldina. Die Leopoldina ist die weltweit älteste Wissenschaftsakademie und vereint rund 1.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. 1652 gegründet, ist sie der freien Wissenschaft zum Wohle der Menschen und der Gestaltung der Zukunft verpflichtet. Prof. Gunnar Berg, Vizepräsident der Leopoldina, begrüßte die Schülerinnen und Schüler und wünschte ihnen gute Gespräche mit der Nobelpreisträgerin. Im Anschluss folgte eine Führung durch die ehrwürdigen Räumlichkeiten wie zum Beispiel den imposanten Vortragssaal der Leopoldina, in dem May-Britt Moser am gleichen Abend noch eine Rede hielt.

Da am gleichen Tag das Präsidium der Leopoldina tagte, luden Prof. Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina und die Präsidumsmitglieder die Schülerinnen und Schüler des Ethikkurses zum gemeinsamen Mittagessen ein. Die Jugendlichen nutzen die Gelegenheit zum intensiven Austausch.

Ein vielseitiges Rahmenprogramm

Marina Zempeltzi und Marcel Brosch vom LIN-Institut für Neurobiologie aus Magdeburg. Sie erläuterten den Gewinnern des zweiten Platzes das Gehirn-Modell im Paul-Gerhardt-Gymnasium in Gräfenhainichen.

Der Ausflug nach Halle war für die Gewinner nach dem Treffen mit der norwegischen Nobelpreisträgerin aber längst nicht abgeschlossen. So standen unter anderem ein Ausflug in eine neue 3D-Minigolfanlage und eine Stadtrallye auf dem Programm. Als Abschluss-Highlight erhielten alle Schülerinnen und Schüler vor der Rückfahrt ein Gruppenfoto gemeinsam mit May-Britt Moser.

Auch der zweite und dritte Platz des Wettbewerbs ging an zwei weitere Kurse des Paul-Gerhardt-Gymnasiums aus Gräfenhainichen. Die Gewinner des zweiten Platzes erhielten einen Tag lang ein Gehirn-Modell, das von zwei Experten des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg an der Schule erläuterten. Die Drittplatzierten bekommen einen VIP-Museumsbesuch mit Bezug zum Thema Biowissenschaften oder Medizin.

Das Video der Gewinner und alle weiteren Beiträge finden Sie unter: www.tierversuche-verstehen.de/triff-die-nobelpreistraegerin

 


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