Tierversuche sind dank Alternativmethoden gar nicht mehr nötig, oder doch? Die Initiative Tierversuche verstehen hat über 100 Statements von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Tierpflegenden und Institutsleitungen an deutschen Forschungseinrichtungen gesammelt. In der Vielfalt dieser Perspektiven auf „Tiere in der Forschung” fällt auf: Jede und jeder von ihnen unterstützt die 3R-Ansätze Replace, Reduce, Refine – ist also bestrebt, Tierversuche zu ersetzen, ihre Zahl zu reduzieren und die Bedingungen für Versuchstiere zu verbessern. Doch sie sind sich auch einig: Ganz ohne Tierversuche geht es noch nicht.
Vielen Forschenden in unserer Collage geht es zentral darum, die Tierversuche zu reduzieren. Das ist auch gesetzlich so vorgegeben. Wo es eine adäquate Alternative gibt, muss diese auch zur Anwendung kommen. Falls es keine gibt, müssen die Versuche mit möglichst wenig Tieren und unter möglichst tiergerechten Bedingungen stattfinden. Doch wie stehen sie selbst zu den Tierversuchen und warum halten sie diese für nötig? Das kann den jeweiligen Zitaten entnommen werden. Die angegebenen Arbeitsstellen der Zitatgebenden entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Freigabe und werden nicht aktualisiert.
Das sagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Tierpflegenden und Institutsleitungen
Prof. Tim J. Schulz
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
Ich mache Tierversuche, um zu verstehen warum und wie wir altern. Nur am lebenden Organismus lässt sich untersuchen, wie die komplexen Interaktionen verschiedener Organe und Gewebe des Körpers beeinflussen, ob wir im Alter gesund bleiben.
Dr. Anna-Friederike Marx
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin
Als T-Zell-ImmunologInnen nutzen wir das Immunsystem gegen Krebs, Autoimmunerkrankungen und Infektionen. Weil dieses dynamische Netzwerk den gesamten Körper durchzieht, sind neue Therapien nur im Ganzkörper, sprich im Tierversuch, sicher zu testen.
Prof. Daniela C. Dieterich
Universitätsklinikum Magdeburg
Ich nutze Tiermodelle, um zu verstehen, wie sich das Gehirn im Alter anpasst. Diese Arbeit ist Privileg und Verantwortung zugleich, d.h. maximale Fürsorge für Tiere und Erkenntnisse kritisch, qualifiziert und verantwortungsvoll zu nutzen und zu vermitteln.
Dr. Jan Tode
Medizinische Hochschule Hannover
Ich mache Tierversuche, um Therapien gegen die Erblindung zu entwickeln.
Prof. Sandra Iden
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche, um Mechanismen von Krebserkrankungen der Haut aufzudecken.
Prof. Dunja Bruder
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Entzündungsprozesse sind komplex: Viele Zelltypen und Mediatoren wirken weit über ihren Ursprungsort hinaus. Um diese Dynamik zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln, braucht es Forschung im lebenden Organismus. Deshalb mache ich Tierversuche.
Dr. med. vet. Agnes Ellinghaus
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Knochen kann in seiner Komplexität noch nicht in vitro dargestellt werden. Aber jeder 5. Bruch heilt gar nicht oder nicht ohne Einschränkungen für den Patienten. Wenn wir diesen Patienten die Lebensqualität zurückgeben wollen, sind Tierversuche (noch) unverzichtbar.
Dr. Martin Böttcher
Universitätsklinikum Magdeburg
Ich setze Tierversuche ein, um die Unterschiede bei Leukämieverläufen wissenschaftlich zu verstehen. Diese Erkenntnisse sind notwendig, um Therapien zu entwickeln, die individuell wirken.
Dr. Ute Hoffmann
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin
Ich nutze tierexperimentelle Modelle, um neue Therapien für unheilbare rheumatische Erkrankungen zu entwickeln und damit die Lebensqualität der betroffenen Menschen zu verbessern.
Prof. Dagmar Wachten
Universitätsklinikum Bonn
Tierversuche sind unerlässlich, um Metaflammation im lebenden Organismus zu verstehen. Nur so können wir die Entstehung chronisch-inflammatorischer Erkrankungen, die mit Adipositas einhergehen, gezielt erforschen.
Dr. Sarah Frentzel
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Tierversuche bleiben in der immunologischen Grundlagenforschung unverzichtbar, da die komplexen Wechselwirkungen des Immunsystems nur im intakten Gesamtorganismus realistisch abzubilden sind und dieses Wissen für fortschrittliche Medizin unabdingbar ist.
Prof. Tina Pangrsic
Universitätsmedizin Göttingen
Ich mache Tierversuche, um bessere therapeutische Wege zur Behandlung von Hör- und Gleichgewichtsstörungen zu finden.
Prof. Markus Rothermel
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Während des Studiums war ich fest davon überzeugt, nie Tierversuche zu machen. Die Erkenntnis, dass sich einige Fragestellungen in den Neurowissenschaften derzeit nur durch Tierversuche beantworten lassen, hat mich Zeit (und Überwindung) gekostet.
Dr. Katarina Riesner
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Für bessere Heilungschancen zellulärer Therapien gegen Blutkrebs brauchen wir noch Tiermodelle zur Analyse systemischer Immunwirkungen. Unser Ziel: das bestmögliche, auf Patienten übertragbare Modell – kontinuierlich weiterentwickelt – am und ohne Tier.
Dr. Mathias Hohl
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche, um die Kommunikation zwischen der chronisch erkrankten Niere und der daraus resultierenden Herzerkrankung zu verstehen.
Prof. Anne Dudeck
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Menschen mit chronischen Entzündungen warten dringend auf bessere Therapien. Ihr Immunsystem, hochkomplex und im ganzen Körper aktiv, ist fehlgesteuert. Um die Mechanismen zu verstehen und neue Therapiestrategien zu entwickeln, sind Tiermodelle für mich unverzichtbar.
Dr. Hsin-Fang Chang
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche, um zu verstehen, wie zytotoxische T-Zellen bei Alterung, Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen wirken – nur im lebenden Organismus lassen sich diese komplexen Immunreaktionen zuverlässig untersuchen.
Prof. Eckhard Friauf
RPTU Kaiserslautern-Landau
Ich befürworte gute Tierversuche. Durch sie werden wichtige Türen zu Wissen und Weisheit geöffnet.
Prof. Christian Lohr
Universität Hamburg
Die Faszination, den Geheimnissen der Natur auf den Grund zu gehen, hat mich zur Wissenschaft geführt. Was mich in ihr hält, ist die Gewissheit, etwas Sinnvolles zum Wohle aller zu tun. Dies beinhaltet auch Tierversuche.
Dr. Amit Agarwal
Universität Heidelberg
Ich mache Tierversuche, um die Funktion von Gliazellen bei neurodegenerativen Erkrankungen zu erforschen.
Prof. Bastian Opitz
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Tierversuche bleiben absehbar unverzichtbar, um die komplexen Wechselwirkungen im Organismus zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Die Behauptung, das gehe bereits ohne Tierversuche, ist populistisch und falsch. Die Überregulierung muss zurückgefahren werden.
Prof. Susanne Schoch
Universität Bonn
Um Therapien entwickeln zu können, müssen wir zunächst verstehen, wie das gesunde Gehirn funktioniert. Aufgrund der Komplexität des Gehirns sind Tierversuche hierzu unerlässlich.
Dr. Janie M. Ondracek
Technische Universität München
Our world is full of an amazing diversity of animals – and an amazing diversity of brains! By better understanding the myriad solutions that exist in nature, we gain insight into the workings of our own complex brains. This is only possible through animal experiments.
Jörg Beckmann
Tiergarten Nürnberg
Artenschutz durch Tierversuche: Der Tiergarten Nürnberg ist Projektpartner zur Erforschung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Zoos stellten hierfür afrikanische Schweine für Tierversuche zur Verfügung. Die Ergebnisse dienen dem Schutz gefährdeter Schweinearten.
Prof. Guido Posern
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ich mache Tierversuche, um die Entwicklung des Brustdrüsengewebes und die Entstehung von Brustkrebs zu untersuchen. Komplexe hormonabhängige Organe können ohne Tierversuche nicht grundlegend verstanden und Krankheiten nicht geheilt werden.
Dr. Jan Grewe
Eberhard Karls Universität Tübingen
Modelle sind so gut wie die zugrundeliegenden Daten. In den Neurowissenschaften gibt es noch große Lücken, weshalb wir noch nicht auf den Tierversuch verzichten können.
Prof. Anton Sirota
Ludwig-Maximilians-Universität München
Ich mache Tierversuche, um Lernen, Gedächtnis und Schlaf zu erforschen.
Prof. Volker Scheuss
RPTU Kaiserslautern-Landau
Ich mache Tierversuche, um die Funktionsweise des Großhirns und die Ursachen psychiatrischer Erkrankungen zu verstehen.
Prof. Martin Korte
TU Braunschweig, Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung
In meiner Abteilung werden Tierversuche gemacht, um Gedächtnisprozesse besser zu verstehen und um Alzheimer-Erkrankung therapierbar zu machen.
Dr. Daniela Hirnet
Universität Hamburg
Oft zeigt sich schon sehr früh im Verlauf von Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz eine fehlerhafte Verarbeitung von Sinnesreizen. Ich möchte mit meiner Forschung im Detail klären, wie Sinnesreize im gesunden sowie im kranken Zustand verarbeitet werden.
Dr. Henning Voigt
Medizinische Hochschule Hannover
Ich mache Tierversuche in Deutschland, da ein Abwandern in andere Staaten den Tierschutz aus unseren Händen nimmt.
Dr. Sebastian Brachs
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Ich mache Tierversuche, um die Mechanismen von Gewichtsregulation, Adipositas, Insulinresistenz und Diabetes zu erforschen als Grundlage für therapeutische Ansätze.
Prof. Tobias Moser
DPZ, Universitätsmedizin Göttingen
Ich mache Tierversuche, um Hören und Schwerhörigkeit zu besser verstehen sowie um neue Behandlungsmöglichkeiten für Schwerhörige zu entwickeln.
Prof. Jan Benda
Eberhard Karls Universität Tübingen
Das Gehirn ist ein sehr komplexes Organ dessen Funktion wir nur mithilfe von Tierversuchen verstehen können.
Dr. Verena Scheper
Medizinische Hochschule Hannover
Um die Sicherheit neuer Hörimplantate für den Menschen zu gewährleisten, sind Tierversuche als unerlässlicher Schritt in der präklinischen Entwicklung notwendig.
Prof. Dilja Krüger-Burg
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Ich mache Tierversuche, um die Ursachen psychiatrischer Erkrankungen besser zu verstehen.
Prof. Michael Heuser
Universitätsmedizin Halle
Ich mache Tierversuche, um verbesserte Therapien für Menschen mit Leukämie zu entwickeln und so ihre Heilungschancen zu steigern.
Prof. Nicola Strenzke
Universitätsmedizin Göttingen
Ich mache Tierversuche, um meinen Patienten besser erklären zu können, was in ihrem Ohr aus welchen Gründen nicht richtig funktioniert.
Prof. Julia Schulze-Hentrich
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche, um epigenetische Ursachen geschlechts-spezifischer Unterschiede in neurodegenerativen Erkrankungen aufzuklären.
Prof. Barbara Di Benedetto
Universität Regensburg
Ich mache Tierversuche, um die Unterschiede zwischen lokalen (Gehirn) und komplexen (Gehirn-Körper) Interaktionen zu verstehen.
Prof. Gabriela Krasteva-Christ
Universität des Saarlandes
Ich forsche mit Tiermodellen, um neue Wege im Kampf gegen Infektionen und resistente Erreger zu finden.
Prof. Dirk Isbrandt
Universität zu Köln, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
Ich mache Tierversuche, um Therapien für kindliche Epilepsien zu entwickeln.
Dr. Sabine Brandt
Universitätsklinikum Magdeburg
Ich mache Tierversuche, weil ich nur so Therapien entwickeln kann, die wirklich helfen – ohne den Körper an anderer Stelle zu schaden.
Dr. Christian Becker
Universitätshautklinik Münster
Tierversuche sind die Grundlage medizinischer Behandlungserfolge. Wer Tierversuche abschafft, verhindert die Entwicklung neuer Therapieangebote für erkrankte Mitmenschen.
Prof. Stefanie Poll
Universitätsklinikum Bonn
Ich mache Tierversuche, um das Gedächtnis und dessen Verlust bei Erkrankungen besser zu verstehen.
Prof. Claudia E. Rübe
Universitätsklinikum des Saarlandes
Ich führe Tierversuche durch, um die unterschiedlichen Auswirkungen ionisierender Strahlung auf Organgewebe besser zu verstehen, und dadurch die Radiotherapie für Tumorpatienten verbessern zu können.
Prof. Björn Brembs
Universität Regensburg
Nur mit Tierversuchen können wir lernen, wie Nervensysteme Verhalten steuern.
Prof. Ellen Reisinger
Universität Tübingen
Ich mache Tierversuche, um neue Therapien für Schwerhörigkeit und Taubheit zu entwickeln.
Prof. Ansgar Büschges
Universität zu Köln
Ich mache Tierversuche, um aufzuklären, wie das Nervensystem mit den Muskeln Bewegungen erzeugt.
Prof. Valentin Nägerl
Universitätsmedizin Göttingen
Wir müssen wissen, wir werden wissen! Das größte Rätsel im Universum liegt zwischen unseren Ohren, aber ohne Tierversuche können wir es nicht entschlüsseln.
Dr. Nadine Bernhardt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden
Tierversuche leisten derzeit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis neuropsychiatrischer Erkrankungen, da sie Einblicke in das Zusammenspiel von Genen, Gehirnfunktion und Verhalten ermöglichen und so zur Entwicklung neuer Therapieansätze beitragen.
Prof. Alexander Ecker
Universität Göttingen
Wir arbeiten mit Daten aus Tierversuchen und Computermodellen, um das Gehirn zu verstehen und worin sich künstliche und natürliche Intelligenz unterscheiden.
Prof. Robert Fledrich
Universität Leipzig
Ich mache Tierversuche um therapeutische Ansätze für bisher unheilbare neurologische Erkrankungen zu finden.
Prof. Jakob von Engelhardt
Universität Mainz
Ich mache Tierversuche, um die Ursachen von Erkrankungen wie Alzheimer zu verstehen. Wir arbeiten auch mit Computermodellen und Zellkulturen, die Tierversuche aber nicht ersetzen können. Sie sind ein notwendiger Baustein bei der Erforschung neuer Therapieoptionen.
Prof. Holger Lerche
Universität Tübingen
Ich mache Tierversuche, um Krankheitsmechanismen des Gehirns zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.
Prof. Markus Schwaninger
Universität zu Lübeck
Ich mache Tierversuche, um die Behandlung des Schlaganfalls und anderer neurologischer Erkrankungen zu verbessern.
Prof. Kerstin Schwabe
Medizinische Hochschule Hannover
Ich mache Tierversuche, um die neuronalen Grundlagen psychiatrischer Erkrankungen besser zu verstehen und deren Behandlung zu verbessern.
Dr. Tim Aberle
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg
Um die Funktionsweise unseres Gehirns und neurodegenerative Erkrankungen zu verstehen, sind vielfältige Methoden essenziell: von Zellkulturmodellen und Bakteriensystemen bis zu Tierversuchen. Nur so können Grundlagen für neue Therapieansätze geschaffen werden.
Prof. Marlies Knipper
Universität Tübigen
Wir machen Tierversuche, um den Zusammenhang von Hören und Demenz zu verstehen – und Hörverluste im Alter zu therapieren.
Prof. Giovanni Galizia
Universität Konstanz
Ich mache Tierversuche um zu verstehen, wie Insekten unsere Umwelt wahrnehmen. Nur wenn wir Insekten verstehen können wir sie schützen.
Prof. Jochen Staiger
Universitätsmedizin Göttingen
Ich mache Tierversuche, um neuronale Netze, die zielgerichtetes Verhalten ermöglichen, zu identifizieren.
Prof. Frank Bremmer
Philipps-Universität Marburg
In unserer Grundlagenforschung untersuchen wir, wie im Gehirn Information über den Raum repräsentiert wird. Die Ergebnisse vom Tiermodell Rhesusaffe sind auf den Menschen übertragbar. Dies zeigen unsere Studien ebenso wie die anderer Gruppen weltweit.
Dr. Nina Angrisani
Medizinische Hochschule Hannover
Eine Welt ohne Tierversuche wäre wunderbar – in der sicheren und seriösen Entwicklung medizinischer Neuerungen für Mensch und Tier sind sie aktuell aber noch unverzichtbar.
Prof. Laura Busse
Ludwig Maximilians Universität München
Ich mache Tierversuche, um zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise des visuellen Systems auf neuronaler Schaltkreisebene beizutragen.
Prof. Aristides Arrenberg
Eberhard Karls Universität Tübingen
Ich mache Tierversuche, um die Wahrnehmung zu verstehen.
Dr. Mateusz C. Ambrozkiewicz
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Ich mache Tierversuche, um die Ursachen von Gehirnerkrankungen zu verstehen.
Dr. Katrin Bundkirchen
Medizinische Hochschule Hannover
Tierversuche sind für diverse Fragestellungen nach wie vor essentiell und bisher nicht durch Alternativmethoden ersetzbar.
Prof. Tanja Brigadski
Hochschule Kaiserslautern
Das Verständnis der Zellfunktionen in gesundem und krankem Zustand ist entscheidend für die Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren – Tierversuche sind dabei unerlässlich.
Prof. Markus Fendt
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Ich mache Tierversuche, um die pharmakologischen Wirkmechanismen im Gehirn zu verstehen – mit dem Ziel, Menschen mit emotionalen und kognitiven Erkrankungen besser helfen zu können.
Prof. Jutta Engel
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche, um Mechanismen des Hörens und Ursachen von Hörverlust aufzuklären.
Prof. Hans Clusmann
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Ich mache Tierversuche, um hoffnungslose Erkrankungen des Gehirns behandelbar zu machen.
Prof. Jens Dreier
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Tierversuche waren eine wichtige Voraussetzung, um zu lernen, wie sich Schlaganfälle während ihrer Entstehung bei komatösen neurointensivmedizinischen Patienten elektrophysiologisch erkennen lassen. Nur ein rechtzeitig erkannter Schlaganfall kann auch behandelt werden.
Prof. Dirk Dietrich
Universität Bonn
Wie fassen wir einen Gedanken? Wir machen Tierversuche, um uns zu verstehen.
Prof. Kirsten Haastert-Talini
Medizinische Hochschule Hannover
Ich mache Tierversuche, um die Therapieerfolge für Patienten mit stark einschränkenden Verletzungen peripherer Nerven weiter zu verbessern. Leider geht dies noch immer nur im Gesamtorganismus.
Prof. Bertram Gerber
LIN, Universität Magdeburg
Ich mache Tierversuche, um die biologischen Wurzeln unserer Erkenntnisfähigkeit zu verstehen.
Dr. Antje Garten
Universität Leipzig
Ich mache Tierversuche, um die Entstehung von Fettgewebstumoren bei PatientInnen mit seltenen genetischen Erkrankungen besser zu verstehen. Unser Ziel ist die Entwicklung von personalisierten medikamentösen Therapien für diese PatientInnen.
Prof. Onur Güntürkün
Ruhr-Universität Bochum
Ich möchte die Prinzipien des Lernens, Denkens und Erinnerns im Gehirn verstehen. Diese Grundlagenforschung schafft den reichen Wissensschatz, ohne den Klinische Forschung nicht beginnen kann.
Dr. Christine Gee
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
My goal is to understand the cellular basis of learning and memory. We keep discovering that ‘known’ mechanisms are incorrect, or cell-type specific, meaning we can’t only use models and need real animal tissue and behavioral experiments to understand the brain.
Prof. Edgar Kramer
Health and Medical University Potsdam
Ich mache Tierversuche, um die Grundlagen und Therapien von Krankheiten wie Alzheimer Demenz, Parkinson und Fettleibigkeit zu erforschen. Viele Erkenntnisse aus Tierversuchen sind überraschend, bahnbrechend und durch andere Versuche nicht vorhersehbar.
Prof. Frank Kirchhoff
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche um die Wirkmechanismen des Gehirns aufzuklären.
Prof. Volker Haucke
Leibniz Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Freie Universität Berlin
Ich mache Tierversuche, um auf der Basis unserer Grundlagenforschung neue Therapien bei Schlaganfällen oder gegen neurodegenerative Erkrankungen zu entwickeln.
Prof. Andrej Kral
Medizinische Hochschule Hannover
… weil die kontrollierten Bedingungen am Modellsystem für ein mechanistisches Verständnis von Krankheiten und für die Entwicklung kausaler medizinischer Therapien unerlässlich sind.
Prof. Martin Heine
Johannes Gutenberg University Mainz
Tierversuche sind für uns die Grundlage, um die Funktionsweise von Synapsen und neuronaler Kommunikation zu studieren. Die Nutzung von Versuchstieren und Tiermodellen ist essenziell für diese Fragen und kann nicht durch Alternativen in vitro ersetzt werden.
Dr. Rachel Lippert
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam Rehbrücke
Ich mache Tierversuche, um uns Einblicke in die Netzwerke des Gehirns und die Verbindungen zu unserem Verhalten zu geben.
Prof. Volkmar Leßmann
Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg
Ich mache Tierversuche, um Medikamente gegen Demenzerkrankungen zu finden.
Prof. Matthias W. Laschke
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche, um neue Therapien für eine bessere Patientenversorgung zu entwickeln.
Dr. Alex Yang Liu
Universität des Saarlandes
Die Alzheimer-Krankheit ist eine systemische Störung. Wir verwenden Mäuse als Modell für dieses System, um die komplizierten pathogenen Mechanismen zu erforschen und so ein therapeutisches Ziel für Alzheimer-Patienten zu finden.
Prof. Christian Leibold
Universität Freiburg
Theoretische Ansätze erlauben, neue Erkenntnisse über das Gehirn zu erlangen, ohne unmittelbar Versuche an Tieren durchzuführen. Um aussagekräftige mathematische Modelle von Gehirnfunktionen erstellen zu können, werden aber oft Daten aus Tierversuchen benötigt.
Dr. Philipp Abe
Technische Universität Dresden
Tiermodelle sind unverzichtbar, um die komplexen Verschaltungen des Gehirns und ihre molekularen Abläufe zu verstehen. Dieses Wissen ebnet den Weg für die Entwicklung wirksamer Therapien für den Menschen.
Prof. Harald Luksch
Technische Universität München
Ich mache Tierversuche, um die Evolution von Gehirnen und damit die Grundlagen des Denkens zu verstehen. Grundlagenforschung ist die Basis der angewandten Forschung und damit der Anwendung für Menschen und Tiere.
Prof. Siegrid Löwel
Georg-August-Universität Göttingen
Ich mache Tierversuche, weil ich verstehen möchte, wie unser Gehirn sich entwickelt und funktioniert. Und nur wenn wir das verstanden haben, können wir auch langfristig helfen, Therapien für Erkrankungen zu entwickeln unter denen viele Menschen leiden.
Prof. Andreas Nieder
Universität Tübingen
Mit tierexperimenteller Forschung entschlüssele ich, wie das Gehirn Erinnerungen speichert und Entscheidungen trifft.
Dr. Andreas Neef
Universität Göttingen
Ein Verzicht auf Tierversuche bedeutete faktisch das Ende medizinischer Grundlagenforschung, und auch ein Ende der Forschung an Alternativen zu Tierversuchen. Meiner Meinung nach sollte sich unsere Gesellschaft das nicht zumuten.
Prof. Tobias Ackels
Universität Bonn
Ich mache Tierversuche, um die neuronalen Mechanismen aufzuklären, die der Verarbeitung unserer Sinneseindrücke zugrunde liegen.
Dr. Robert Ramm
Medizinische Hochschule Hannover
Ich mache Tierversuche, damit wir kranke Menschen besser therapieren können als bisher.
Prof. Sven G. Meuth
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Ich mache Tierversuche, um neuroimmunologische Erkrankungen wie die Multiple Sklerose besser zu verstehen und die Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen behandeln zu können.
Dr. Janin Reifenrath
Medizinische Hochschule Hannover
Komplexe Implantat-Organismus Interaktionen sind noch nicht verlässlich in vitro abbildbar, daher sind Tierversuche in verantwortungsvollen Händen notwendig.
Prof. Leticia Prates Roma
Universität des Saarlandes
Ich mache Tierversuche, um Diabetes und damit verbundene Begleiterkrankungen zu untersuchen.
Prof. Fritz G. Rathjen
Max Delbrück Center
Ich mache Tierversuche mit Mausmodellen um die Embryonalentwicklung des Nervensystems zu verstehen.
Prof. Uwe Mayer
Universität Trento
Ich mache Tierversuche für die Grundlagenforschung, um aufzuklären, wie die Struktur und die Funktion der Wirbeltiergehirne durch die Evolution geformt werden.
Prof. Christine R. Rose
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Ich untersuche die Mechanismen von Gehirnschädigungen z.B. nach einem Schlaganfall. Ich führe selbst keine Tierversuche durch – aber Erkenntnisse aus Tierversuchen sind unverzichtbar auch für unsere Forschung.
Prof. Christian Steinhäuser
Universität Bonn
Ich mache Tierversuche, um neue Therapien für Patienten mit Herzinfarkt zu entwickeln.
Prof. Karl-Herbert Schäfer
Hochschule Kaiserslautern
Wir nutzen Tiermodelle zur Aufklärung von neurodegenerativen Krankheiten.
Prof. Kai C. Wollert
Medizinische Hochschule Hannover
Ich mache Tierversuche, um neue Therapien für Patienten mit Herzinfarkt zu entwickeln.
Dr. Johannes P.-H. Seiler
Johannes Gutenberg Universität Mainz
Ich mache Tierversuche um die Grundlagen des Denkens und Wahrnehmens im gesunden und psychisch erkrankten Zustand zu entschlüsseln.
Prof. Tobias Ruck
BG Universitätsklinikum Bergmannsheil
Ich mache Tierversuche, um Therapien für bisher schlecht oder überhaupt nicht therapierbare seltene neurologische Erkrankungen zu finden.
Prof. Olivia Massek
Universität Bremen
Frei nach Feynman „What I cannot create, I do not understand“: Komplexe Prozesse wie Kognition sind noch nicht vollständig verstanden. Tiermodelle sind nötig, um Hypothesen zu testen und Mechanismen zu entschlüsseln, die im menschlichen System noch unzugänglich sind.
Prof. Georg Krausch
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Medizinische Innovationen beruhen oft auf tierexperimenteller Forschung. So wäre die Corona-Impfstoff-Entwicklung ohne Tierversuche unmöglich gewesen. Die Wissenschaft hat angesichts ihrer ethischen Verantwortung gegenüber dem Tier strikte Standards dafür etabliert.
Prof. Anja Katrin Boßerhoff
Universität Erlangen-Nürnberg
Um komplexe Zusammenhänge bei der Entstehung und Progression von Tumoren zu verstehen und neue, sichere Therapien zu entwickeln, brauchen wir vielfältige Modelle inkl. 3D-Modellen, Organoiden, aber auch Tierexperimente, um auch systemische Effekte zu verstehen.
Prof. Thomas Brabletz
Universität Erlangen-Nürnberg
Wir wollen die oft tödlichen Metastasen bei Krebserkrankungen bekämpfen. Um die komplexen Prozesse der Metastasierung zu verstehen und zu verhindern, sind wir auch auf Tierversuche angewiesen, ohne die es keine zukünftigen Therapien dagegen geben wird.
Prof. Johannes Beckers
Helmholtz Zentrum München
Epigenetische Vererbung trägt zur Diabetes-Pandemie bei. Nur Tiermodelle ermöglichen es, zu erforschen, wie der Lebensstil der Eltern über Spermien und Eizellen das Diabetesrisiko der Nachkommen beeinflusst – ein Schlüssel für neue Präventionsstrategien.
Prof. Wolfram Antonin
RWTH Aachen
Für unsere zellbiologische Forschung nutzen wir die Eier von Xenopusfröschen. Dabei optimieren wir Froschhaltung und unsere Versuchsprotokolle kontinuierlich und reduzieren so die Anzahl der notwendigen Versuchstiere.
Prof. Hellmut Augustin
Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg
Wir wollen herausfinden, wie sich Krebs über Blut- und Lymphgefäße ausbreitet. Vaskuläre Organoide können die Komplexität der Zellinteraktionen im Körper nur begrenzt nachbilden. Um die Metastasierung zu verstehen, sind wir daher auf Tierversuche angewiesen.
Prof. Hansjörg Scherberger
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Wenn wir verstehen wollen, wie das Gehirn funktioniert, um damit Patienten mit neurologischen Erkrankungen helfen zu können, sind Tierversuche, auch mit Primaten, auf absehbare Zeit unverzichtbar. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Tieren ist dabei notwendig und möglich.
Dr. Sabine Krabbe
DZNE in Bonn
Wir untersuchen, wie neuronale Mechanismen Lernen und Entscheidungen steuern, besonders bei neurologischen Erkrankungen. Tiermodelle helfen uns, Risikofaktoren zu erkennen und die Auswirkungen von Störungen auf die Gehirnaktivität besser zu verstehen.
Prof. Melanie M. Brinkmann
Technische Universität Braunschweig
Wenn ich gewusst hätte, wie kompliziert es einmal wird, Tierversuche in Deutschland durchzuführen, hätte ich besser kommuniziert, wie bedeutsam sie sind. Ohne Tierversuche wären unsere Apotheken leer.
Prof. Axel Gödecke
Universitätsklinikum Düsseldorf
Ich nutze nicht-invasive Untersuchungstechniken, um bessere Ergebnisse mit weniger Versuchstieren zu erzielen.
Prof. Ana Martin Villalba
Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg
Wir suchen Wirkstoffe, die bösartige Hirntumoren aufhalten können. Dafür nutzen wir auch Gewebeproben, die wir im Labor eine Woche am Leben halten können. Um die Wirkung über eine längere Zeitspanne beurteilen zu können, sind wir aber auf Versuche an Mäusen angewiesen.
Dr. Michael Ortiz-Rios
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Translating optogenetics from rodent to non-human primate models is critical for the future therapeutical use of optogenetics in humans. I believe non-human primate research is needed now, more than ever, for the future and the health of society at large.
Prof. Jan Gründemann
DZNE in Bonn
Wir untersuchen, wie Nervenzellnetzwerke Verhalten und Lernen steuern. Tiermodelle sind essentiell, um den neuronalen Code solcher Vorgänge zu entschlüsseln und auf dieser Grundlage neue Therapien für Erkrankungen wie Alzheimer oder Angststörungen zu entwickeln.
Prof. Gary Lewin
Max Delbrück Center in Berlin
Jede*r Fünfte hat mindestens einmal im Leben längere Zeit chronische Schmerzen, die nicht adäquat behandelbar sind. Zellen und Organoide empfinden jedoch keinen Schmerz. Nur mit Hilfe von Tiermodellen kann man Angriffspunkte für neuartige Wirkstoffe entdecken.
Prof. Christine Hartmann
Universität Münster
Für die Entwicklungsbiologie sind Tierversuche derzeit noch unverzichtbar. Wir untersuchen in der Maus, wie verschiedene Zelltypen miteinander kommunizieren. Über eine sorgfältige Kolonieplanung versuchen wir die Tierzahlen auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Prof. Carlos Guzmán
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig
Für die Impfstoffentwicklung werden in vitro Testsysteme mit Immunzellen aus transgenen Tieren eingesetzt, um die Anzahl benötigter Tiere zu minimieren. Trotzdem sind Tests an Tieren mit einem vollständigen Immunsystem nötig, um komplexe Wechselwirkungen darzustellen.
Prof. Clemens Schmitt
Max Delbrück Center in Berlin
Wir nutzen Zellkulturen und Biochips – aber das reicht nicht. Wenn präklinische Forschung weniger aussagekräftig wird, weil Tierversuche fehlen, sind die Wirkstoffe in klinischen Studien weniger sicher.
Prof. Elisabeth Binder
MPI für Psychiatrie in München
Als Ärztin und Neurobiologin erforsche ich die Ursachen psychiatrischer Erkrankungen. Tiere sind essentiell für die Forschung zum Zusammenspiel von Genen und Umwelt im lebenden Organismus. Sie tragen entscheidend zur Verbesserung der Behandlung unserer Patienten bei.
Prof. Michaela Di Virgilio
Max Delbrück Center in Berlin
Genetisch definierte Mausstämme sind unerlässlich, um unser Verständnis von Krebs und Immunerkrankungen voranzubringen. Die diesen Leiden inhärente Komplexität und systemische Natur kann man nicht vollständig mit alternativen Modellsystemen nachvollziehen.
Prof. Marc Spehr
RWTH Aachen
Wann immer möglich setzen wir in unseren Experimenten in vitro Methoden ein und reduzieren dadurch Tierversuche.
Dr. Emanuel Wyler
Max Delbrück Center in Berlin
Es gibt in unserer Gesellschaft den Konsens, dass wir Tiere für unser Wohl töten dürfen. Gleichzeitig gibt es klare ethische Grenzen: möglichst wenig Tiere töten, Leiden vermindern bzw. ein gutes Leben ermöglichen. Das sind unsere Maßgaben für Tierversuche.
Dr. Martha Nari Havenith
Ernst Strüngmann Institut in Frankfurt
Wir kennen unsere Mäuse persönlich. Jede hat individuelle Essensvorlieben und Lernstile: Manche mögen Herausforderungen, andere lassen sich leicht entmutigen. Bei unseren Virtual-Reality-Aufgaben lernen die Mäuse aktiv mit – und glückliche Mäuse sind schlaue Mäuse!
Dr. Michael Heide
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Organoide bieten für einige spezielle Anwendungen eine gute Alternative für Tierversuche. Allerdings muss dafür zunächst bestätigt werden, dass Organoide die Gegebenheiten im Tier auch tatsächlich widerspiegeln. Wenn nicht, sind Tierversuche weiterhin unerlässlich.
Dr. Sven Künzel
MPI für Evolutionsbiologie in Plön
Die physiologischen Abläufe und das Verhalten eines Organismus sind sehr komplex und von vielen Faktoren beeinflusst. Daher gibt es derzeit oft keine Alternative zu Tierversuchen. Wir können mit alternativen Methoden aber die Anzahl notwendiger Tierversuche verringern.
Prof. Mathias Hornef
RWTH Aachen
Wir erforschen Infektionen beim Neugeborenen, die wichtigste Ursache für die Kindersterblichkeit weltweit. Auch wenn wir Refinementmaßnahmen anwenden und Stammzellorganoide einsetzen, können nur Tierversuche die komplexen entwicklungsbiologischen Mechanismen abbilden.
Prof. Christian Haass
DZNE in München
Ich habe mein Leben der Erforschung der Alzheimer-Demenz gewidmet, mit dem Ziel die Krankheitsmechanismen zu verstehen und daraus Therapien abzuleiten. Tierversuche sind unverzichtbar, da Gedächtnisleistung und Nebenwirkungen in Zellkulturmodellen nicht abbildbar sind.
Prof. Rolf Müller
Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) in Saarbrücken
Tierversuche sollten generell sparsam und nur für Gesundheitsforschung angewendet werden. Der Bedarf nach neuen Antibiotika steigt konstant und hier sind Tierversuche notwendig, um resistenzbrechende Wirkstoffe möglichst schnell und sicher in die Anwendung zu bringen.
Dr. Mina Gouti
Max Delbrück Center in Berlin
Wir entwickeln komplexe Organoide aus Stammzellen, um neuromuskuläre Leiden zu erforschen. Die Organoide reduzieren die Zahl der Tierversuche, können sie aber nicht ersetzen. Systemische Medikamenten-Wirkungen müssen erst am Tier und dann am Menschen getestet werden.
Prof. John Baines
MPI für Evolutionsbiologie in Plön
Erst seit kurzem ist bekannt, dass die Mikroorganismen, die unser Körper beherbergt, an der Entstehung so unterschiedlicher Krankheiten wie Herz-Kreislauf- und Autoimmunerkrankungen sowie Krebs beteiligt sind. Das wäre ohne Versuche mit Tieren unentdeckt geblieben.
Dr. Nadia Andrea Andreani
MPI für Evolutionsbiologie in Plön
Mit unserer Forschung an Tieren wollen wir Therapien entwickeln, die maßgeschneidert sind. So wollen wir mit Hilfe keimfreier Mäuse schon vor einer Behandlung vorhersagen, wie gut ein Patient mit entzündlicher Darmerkrankung auf verschiedene Therapien anspricht.
Prof. Andreas Zimmer
Universität Bonn
Wir unterstützen Forschende aktiv dabei, exzellente Forschung und bestmögliches Tierwohl miteinander zu verbinden. Das 3R Netzwerk fördert in diesem Sinne die 3R-Forschung als Katalysator für Innovation im Sinne des Tierwohls.
Prof. Matthias Selbach
Max Delbrück Center in Berlin
Proteine sind die wichtigsten Werkzeuge aller Lebewesen. Mit Massenspektrometern untersuchen wir, warum sie bei Krankheiten nicht gut funktionieren und nutzen meist Zellkulturen. Aber um die Relevanz im ganzen Organismus zu verstehen, brauchen wir Tiermodelle.
Prof. Stefan Pfister
Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg
Wir entwickeln Therapien für krebskranke Kinder. Minitumore aus Gewebeproben dienen als patientenspezifische Testmodelle für neue Wirkstoffe. Für neue Therapien sind jedoch auch Tiermodelle notwendig, um z.B. Nebenwirkungen in einem jungen Organismus zu beurteilen.
Prof. Gerd Kempermann
DZNE in Dresden
Alle wollen ein gut funktionierendes Gehirn im Alter. Tierversuche sind nötig, um Präventionsmechanismen zu verstehen, da es keinen Ersatz für das komplexe Gehirn gibt. Wir arbeiten erfolgreich daran, mit immer weniger Tieren immer bessere Erkenntnisse zu gewinnen.
Prof. Michael Krahn
Universitätsklinikum Münster
Wir nutzen Drosophila als in vivo Modellsystem zur Reduktion von Tierversuchen - jedoch lassen sich nicht alle biomedizinisch wichtigen Fragestellungen in diesem Modell adressieren, weswegen wir für einige Projekte Mäuse in Tierversuchen einsetzen.
Dr. Nadine Krüger
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Das Zusammenspiel zwischen Erreger und Wirt lässt sich aktuell noch nicht in Alternativmodellen untersuchen. Daher werden wir für spezifische Fragestellungen zur Ausbreitung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten zunächst weiterhin auf Tierversuche angewiesen sein.
Dr. Philipp Mertins
Max Delbrück Center in Berlin
Jede*r Schwerkranke durchlebt einen anderen Verlauf. Wir brauchen dringend Tiermodelle, um die Vorhersage zur Wirksamkeit von Medikamenten zu verbessern und neue therapeutische Ziele zu identifizieren und molekulare Prozesse im Körper zu verstehen.
Prof. Jochen Rink
MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen
Wir möchten herausfinden, warum manche Tierarten Körperteile regenerieren können, wir Menschen dagegen nicht. Plattwürmer sind für uns ein ideales Modell, weil sich in dieser Tiergruppe sowohl Arten mit als auch ohne Regenerationsfähigkeit finden.
Prof. Jan Tuckermann
Institut für Molekulare Endokrinologie in Ulm
Grundlagen- und therapeutische Forschung erfordern ein Zusammenspiel verschiedener Ansätze, einschließlich tierfreier Methoden, Computersimulationen und Tierversuche. Erkenntnisse daraus verbessern Ersatzmethoden für die Forschung zum Wohle von Patienten und Tieren.
Dr. Ildiko Racz
Universität Bonn
Da in Tiermodellen die Umwelteinflüsse gut kontrolliert werden und sich die Genforschung auf ausgewählte Aspekte der Alkoholabhängigkeit beschränken lässt, ist die Identifizierung von Risikofaktoren für Sucht nur mit Hilfe von Tiermodellen möglich.
Prof. Gilles Laurent
MPI für Hirnforschung in Frankfurt
The human brain, resulting from 4 billion years of biological evolution, is perhaps the most complex structure in the universe. Understanding how it works is one of the greatest challenges for science. Computer simulations alone will not be enough: we need experiments.
Prof. Martin Falcke
Max Delbrück Center in Berlin
Computermodelle formulieren quantitativ, was wir wissen, sie überprüfen es und zeigen unerwartete Wechselwirkungen. Was wir noch nicht wissen, können diese Modelle nicht enthalten. Deshalb werden Computermodelle noch für viele Jahre Tierversuche nicht ersetzen können.
Prof. Anna K. H. Hirsch
Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) in Saarbrücken
Wir nutzen Labormodelle, um die Anzahl der benötigten Versuchstiere bei der Entwicklung neuer Antiinfektiva zu minimieren. Eine gewisse Anzahl an Tierversuchen ist dennoch nötig, da einige im lebenden Organismus generierte Daten derzeit leider noch unersetzlich sind.
Prof. Rene Tolba
RWTH Aachen
Um den weltweiten Organmangel zu lindern, haben wir eine neue Organkonservierungslösung entwickelt, mit der auch marginale Spenderorgane noch transplantiert werden können. Vor dem Einsatz beim Menschen sind hier Tierversuche notwendig.
Prof. Norbert Hübner
Max Delbrück Center in Berlin
Aus wichtigen Gründen sind Tierversuche für die Entwicklung von Medikamenten gesetzlich vorgeschrieben. Ohne solche gesetzlichen Regelungen gäbe es keine Zulassung neuer und sicherer Medikamente für die Behandlung von Patientinnen und Patienten.
Dr. Jens Puschhof
Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg
Wir untersuchen die komplexen Interaktionen von Bakterien und Krebsentstehung. Dazu nutzen wir Organoide, um eine patientenzentrierte Perspektive zu erhalten. Dennoch sind wir bei manchen Fragen auf Mäuse angewiesen.
Prof. Maike Sander
Max Delbrück Center in Berlin
Mit Organoiden und KI machen die Alternativen zu Tierversuchen große Fortschritte. Trotzdem sind Tierversuche unerlässlich: etwa, wenn wir verstehen wollen, wie sich ein Krankheitsprozess, der in einem einzelnen Organ beginnt, auf den ganzen Körper auswirkt.
Ivonne Jeanette Knorr
RWTH Aachen
Ich bilde mich regelmäßig zu 3R-Maßnahmen fort um bestmöglichen Tierschutz zu gewährleisten.
Prof. Thomas Jenuwein
MPI für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg
Während viele der grundlegenden Prinzipien der Epigenetik in Gewebekulturen analysiert werden können, kann die epigenetische Vererbung und der Einfluss auf die Entwicklung nur an ganzen Organismen erforscht werden. Hierfür nutzen wir die Modellsysteme Maus und Fliege.
Dr. Ursula Fünfschilling
Universitätsmedizin Göttingen
Wie steuern Gene und Umwelt die Entwicklung von Organismen? Genetisch verändere Mäuse liefern unersetzliche Erkenntnisse, insbesondere wenn Säuger-spezifische Spezialisierungen wie das hochentwickelte Gehirn oder das Innenohr untersucht werden.
Prof. James Poulet
Max Delbrück Center in Berlin
Erkrankungen des Gehirns sind verheerend und kostspielig, Heilung gibt es selten. Wir müssen verstehen, wie das Gehirn als Ganzes funktioniert. Das kann noch nicht auf einem Supercomputer oder in der Petrischale nachgeahmt werden – Tierversuche sind weiter notwendig.
Prof. Gero Hilken
Universität Duisburg-Essen
Tierversuche sind in der Biomedizinischen Forschung notwendig. Sie haben eine großen Nutzen für Patienten und für Grundlagenforschung und werden nur dort eingesetzt, wo sie unerlässlich sind und nicht durch Alternativverfahren ersetzt werden können.
Heike Harre
MPI für Evolutionsbiologie in Plön
Forschende auf der ganzen Welt arbeiten häufig vernetzt zusammen. So kann ein wichtiger Beitrag zur Verringerung der Versuchstiere geleistet werden, da sich viele Puzzleteile im regen Austausch auch ohne weitere Tierversuche zusammensetzen lassen.
Dr. Julia Steitz
RWTH Aachen
3R beginnt bereits in der Ausbildung. Daher beschäftigen wir uns mit Alternativmethoden in der Aus-, Fort- und Weiterbildung um die Tierzahl zu reduzieren.
Prof. Petra Dersch
Universität Münster
Wir erforschen bakterielle Darminfektionen mit Entzündungs- und Autoimmunreaktionen. Wir nutzen Zellsysteme, um z.B. die Interaktion der Bakterien mit einzelnen Zelltypen zu untersuchen; dennoch sind Tierversuche unverzichtbar.
Prof. Rüdiger Behr
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Als Stammzellforscher bin ich fasziniert von den Möglichkeiten, die Stammzellen als Ersatz für Tierversuche versprechen. Wenn wir aber die Entwicklung von Organen und Organismen verstehen und daraus neue Therapien ableiten wollen, bleiben Tierversuche unumgänglich.
Dr. Uta Höpken
Max Delbrück Center in Berlin
Wir entwickeln Immuntherapien gegen Krebs. Doch wie finden die T-Zellen ihr Ziel? Können wir Nebenwirkungen vermeiden? Diese Fragen in einem komplexen Organismus zu beantworten, ist ein unerlässlicher Schritt vor der Verträglichkeitsprüfung an Patient*innen.
Stefan Röglin
MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen
Es ist uns sehr wichtig, dass es unseren Tieren gut geht. Sie leben – wann immer möglich – mit Artgenossen zusammen. Außerdem sind ihre Käfige mit Beschäftigungsmaterial ausgestattet. Die Einrichtung passen wir an die jeweiligen Versuchsbedingungen und die Gruppe an.
Dr. Lisa Ernst
RWTH Aachen
Ich erforsche Belastungen von Versuchstieren um diese sicher erkennen und minimieren zu können.
Dr. Gabriele G. Schiattarella
Max Delbrück Center in Berlin
Angesichts der Komplexität des kardiovaskulären Systems gibt es keine akzeptablen Alternativen, um die Mechanismen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufzuklären. Nur Tiermodelle liefern Informationen, die einzigartig und potenziell klinisch relevant sind.
Anke Schraepler
MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen
Grundlagenforschung ermöglicht viele Fortschritte in der Human- und Tiermedizin und sogar für den Artenschutz. Voraussetzung ist, dass die Tiere, die eingesetzt werden, gesund sind und sich wohl fühlen. Dafür sorgen täglich unsere Tierpflegerinnen und Tierärztinnen.
Prof. Jochen Hühn
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig
Infektionen, insbesondere wenn sie zu Beginn des Lebens erfolgen, können langfristige Folgen auch für ursprünglich gar nicht infizierte Organe haben. Für das Verstehen der komplexen Vorgänge und das Entwickeln von Therapiekonzepten sind wir auf Tierversuche angewiesen.
Dr. Marta Stei
Universitätsklinikum Bonn
Da Tierversuche für die Erforschung neuartiger, lebensrettender Therapien zurzeit noch unverzichtbar sind, müssen bestmögliches Tierwohl und wissenschaftlicher Fortschritt gleichermaßen gewährleistet werden.
Prof. Michael Bader
Max Delbrück Center in Berlin
Fehlfunktionen des Nervensystems, des Immunsystems und der Hormone im Körper lösen die häufigsten Erkrankungen aus. Diese Systeme und ihr Zusammenspiel kann man nicht in Zellkulturen oder auf einem Chip nachbilden. Deshalb bleibt das Tiermodell unersetzlich.
Dr. Manuel Ritter
Universitätsklinikum Bonn
Grundlagenforschung bildet die Basis für die Entwicklung von neuen Therapien. Wir wenden Refinement-Maßnahmen konsequent an und entwickeln diese weiter, um bestmöglichen Tierschutz am Versuchstier zu ermöglichen und um zukünftige Tierversuche zu reduzieren.
Dr. Hanna Hörnberg
Max Delbrück Center in Berlin
Wir analysieren neuropsychiatrische Zustände und suchen neue Behandlungsmethoden. Tierversuche gehen wir mit großer Sorgfalt an. Aber die volle Komplexität des Gehirns und das Zusammenspiel zwischen Genetik und Umwelt kann man derzeit nur an Tiermodellen untersuchen.
Prof. Marcus Jeschke
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Neueste Therapieansätze zielen auf die Entwicklung von passgenauen, auch genetischen, Verfahren ab. Diese können auch in Zukunft nicht erst im Menschen auf Sicherheit und Funktionalität überprüft werden, sodass wir weiterhin nicht auf Tierversuche verzichten können.
Dr. Enno Klußmann
Max Delbrück Center in Berlin
Wir können keine Versuche mit Menschen machen, um molekulare Mechanismen physiologischer Prozesse zu erforschen. Das analysieren wir zunächst an Zellen. Wer aber komplexe Funktionen eines Organismus verstehen und Medikamente entwickeln will, braucht Tiere.
Prof. Rüdiger Klein
MPI für biologische Intelligenz in Martinsried
Wir brauchen Tierversuche, um verstehen zu können, wie unser Gehirn äußere und innere Reize empfängt, verarbeitet und passende Entscheidungen trifft. Insbesondere kleine Säugetiere wie Mäuse helfen uns dabei sehr, denn ihr Gehirn ist dem des Menschen sehr ähnlich.
Dr. Volker Siffrin
Max Delbrück Center in Berlin
Als Neurologe treffe ich täglich Schwerkranke, die nach zielgenaueren und nebenwirkungsärmeren Therapien fragen. Um ihnen zu helfen, müssen wir zunächst den Körper verstehen – und für einen Tierschutz eintreten, der nicht auf Verbote sondern das Tierwohl abzielt.
Prof. Ulrich Kalinke
TWINCORE Hannover
Bei der Entwicklung neuer Arzneimittel ist die Erprobung im Menschen immer kritisch. Welche Konzentration einer neuen Substanz soll eingesetzt werden und wird sich die Wirkung einstellen? Ohne Tierexperimente wäre die Entwicklung neuer Interventionen unmöglich.
Prof. Nils Brose
MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen
Für mich ist das Gehirn das faszinierendste Organ des Menschen. Weil es so komplex ist, wird es noch einige Zeit lang unmöglich sein, die Schlüsselfragen zu Hirnerkrankungen ohne Untersuchung am lebenden Tier zu lösen. Wo immer möglich, nutzen wir aber Alternativen.
Dr. Armin Rehm
Max Delbrück Center in Berlin
Wir entwickeln Immuntherapien gegen Krebs. Doch wie finden die T-Zellen ihr Ziel? Können wir Nebenwirkungen vermeiden? Diese Fragen in einem komplexen Organismus zu beantworten, ist ein unerlässlicher Schritt vor der Verträglichkeitsprüfung an Patient*innen.
Dr. Katja Siegeler
RWTH Aachen
Eine Kultur der Fürsorge leben und vermitteln, im Fokus dabei die Wertschätzung von Mensch und Tier, das ist das zentrale Element meiner Arbeit als Tierschutzbeauftragte.
Dr. Niccolo Zampieri
Max Delbrück Center in Berlin
Wir wollen Menschen, deren Motorik wegen einer Erkrankung beeinträchtigt ist, ihre Bewegungsfähigkeit zurückgeben. Milliarden von Neuronen sind im Nervensystem in Schaltkreisen organisiert. Deren Funktion können wir nur mit Tiermodellen verstehen.
Prof. Constanze Seidenbecher
Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg
Mäuse sind empfindsame Tiere. Mit ihnen zu experimentieren, ist ein Privileg und eine Verpflichtung. Wie geht es den Tieren? Sind sie gesund, schmerzfrei und ohne Angst? Würden wir uns diese Fragen nicht täglich stellen, könnten wir die Ergebnisse gar nicht verwenden.
Dr. Jean Laurens
Ernst Strüngmann Institut in Frankfurt
Tierversuche sind die einzige Möglichkeit, das arbeitende Gehirn auf neuronaler Ebene zu beobachten. Ich bin den Tieren dankbar, die es mir ermöglichen, dieses unbezahlbare Wissen zu sammeln. Ich verpflichte mich, sie verantwortungsvoll und liebevoll zu behandeln.
Prof. Bernd Weber
Universität Bonn
Tierversuche spielen in der biomedizinischen Forschung immer noch eine entscheidende und wichtige Rolle. Es ist mir dabei ein persönliches Anliegen, den Tierschutz im Rahmen von Spitzenforschung zu einem wichtigen Ziel zu erklären.
Dr. Gaetano Gargiulo
Max Delbrück Center in Berlin
Wir erforschen tödliche Hirntumore und suchen mit Zellkultur, Bioinformatik und Nagetieren nach Therapien. Das Leben der Tiere ist uns wichtig, wir setzen sie möglichst wenig ein. Es ist derzeit unmöglich, die Komplexität unseres Körpers künstlich nachzubilden.
Prof. Diethard Tautz
MPI für Evolutionsbiologie in Plön
Wir wollen wissen, wie sich Tiere an ihre Umwelt anpassen und wie sie ihre Partner finden. Dies können wir nur herausfinden, wenn wir Tiere ganzheitlich untersuchen.
Dr. Zurna Ahmed
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Um komplexe Prozesse wie die Entscheidungsfindung im Gehirn zu erforschen, sind derzeit noch Tierversuche notwendig. Dabei ist es für mich selbstverständlich, dass ich den mir anvertrauten Tieren mit größter Sorgfalt und Verantwortung begegne.
Prof. Sofia Forslund
Max Delbrück Center in Berlin
Krankheitsmechanismen und neue Therapien findet die Systembiologie mithilfe von „Big Data“ menschlicher Proband*innen. Aber Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Die Ergebnisse müssen an Tieren validiert werden, bevor wir auf der Basis Patient*innen behandeln.
Michael To Vinh
Universitätsklinikum Bonn
In der Grundlagenforschung lassen sich viele Tierversuche leider aufgrund fehlender geeigneter Ersatz- und Alternativmethoden noch nicht ersetzen.
Dr. Andras Bilkei-Gorzo
Universität Bonn
Wir erforschen Darminfektionen mit Entzündungs- und Autoimmunreaktionen. Wir nutzen Zellsysteme, um z.B. die Interaktion der Bakterien mit einzelnen Zelltypen zu untersuchen; dennoch sind Tierversuche aufgrund der Komplexität des Immunsystems unverzichtbar.
Prof. Hans Schöler
MPI für molekulare Biomedizin in Münster
Ich nutze für meine Forschung dreidimensionale Zellkulturen, sogenannte Organoide. Daher weiß ich, dass mit ihnen nur manche Aspekte untersucht werden können. Sie werden auch zukünftig Tierversuche nicht ganz ersetzen können, zum Beispiel in der Entwicklungsbiologie.
Prof. Thomas Willnow
Max Delbrück Center in Berlin
Wir erforschen die Alzheimer-Demenz und ersetzen bereits viele Tierversuche durch Zell- oder Organoidmodelle. Den Einfluss wichtiger Risikofaktoren wie der Ernährung können wir aber nur in einem intakten Organismus untersuchen. Hierfür benötigen wir auch Mausmodelle.
Dr. Sanja Bauer Mikulovic
Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg
Meine Gruppe untersucht, wie Kognition und Emotion im Gehirn zusammenwirken. Da dies nicht mit alternativen Methoden möglich ist, arbeiten wir mit Mäusen. Angesichts der Art unserer Fragen haben Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere höchste Priorität.
Prof. Wolf Singer
Ernst Strüngmann Institut in Frankfurt
Zur Entwicklung von Therapien bei neurologischen und psychischen Erkrankungen brauchen wir ein tiefes Verständnis der Funktion gesunder Gehirne. Da der Erforschung menschlicher Gehirne enge Grenzen gesetzt sind, bleiben Tierversuche auf absehbare Zeit unverzichtbar.
Dr. Hanna Schöpper
Universität Bonn
Durch das Zusammentragen und - fassen von Studien als Systematic Review, ermögliche ich anderen Forschenden eine besseren Übersicht über die bereits vorhandenen Daten und trage dazu bei, dass keine unnötigen Versuche gemacht werden.
Team Tierschutz
Universität Bonn
Als Tierschutzbeauftragte, Tierärzt*innen und Tierhausleitung ist es unsere Verantwortung und Aufgabe für alle Tiere an unserem Standort den größtmöglichen Schutz und die besten Bedingungen zu schaffen.
Dr. Hermann Cuntz
Ernst Strüngmann Institut in Frankfurt
Tierexperimente kombiniert mit Computermodellen dienen der Grundlagenbiologie und der angewandten Medizin. Deshalb nutzen wir Computermodelle, um die Wahl der experimentellen Ansätze zu verfeinern und nachhaltig zu einer Reduzierung der Versuchstierzahlen beizutragen.
Prof. Max Happel
Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg
Kognitive Prozesse wie Lernen und Gedächtnis lassen sich nur durch Forschung an lebenden, sich verhaltenden Organismen verstehen. Die Entwicklung von Therapien gegen Nervenerkrankungen wäre ohne die grundlegenden Erkenntnisse aus Tierversuchen nicht möglich.
Prof. Arturo Zychlinsky
MPI für Infektionsbiologie in Berlin
Mein Team und ich untersuchen die systemischen Komplikationen von Malaria. Wir kombinieren Versuche an Mäusen und die Analyse von Proben menschlicher Primaten. Die Ansätze ergänzen sich, können sich aber nicht ersetzen.
Prof. Klaus Rajewsky
Max Delbrück Center in Berlin
Das Verständnis von Krankheitsprozessen und die Entwicklung medizinischer Therapien erfordern Tierversuche. Denn beides schließt die Untersuchung lebender Organismen notwendig ein und Experimente am Menschen sind ethisch unvertretbar.
Prof. Holger Gerhardt
Max Delbrück Center in Berlin
Wir wollen die komplexen Zusammenhänge entschlüsseln, die zur Erkrankung unserer Gefäße führen. Dafür brauchen wir die besten Modelle – auch neuartige Tiermodelle, die tiefere Erkenntnisse mit weniger Tieren ermöglichen.
Prof. Luka Cicin-Sain
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig
Tierversuche bleiben ein unverzichtbares Werkzeug, um Infektionskrankheiten zu verstehen und zu bekämpfen. Wir können keine Impfstoffe oder Therapien entwickeln, wenn wir die Wechselwirkungen von Immunzellen im Körper nicht verstehen, und das geht nicht allein durch in vitro Methoden.
Prof. Claus-Michael Lehr
Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) in Saarbrücken
Humane Zellkultur-Modelle helfen uns, molekulare Mechanismen beim Wirkstofftransport zu verstehen. Dennoch bleiben Tierversuche unverzichtbar, bis diese alternativen Modelle vollständig validiert sind, um die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Wirkstoffe zu beurteilen.
Prof. Rabea Hinkel
Deutsches Primatenzentrum in Göttingen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Nur Tierversuche werden es uns erlauben, die komplexen Zusammenhänge des Herz-Kreislauf-Systems zu verstehen und daraus neue Therapieansätze zu entwickeln.
Dr. Andreas Lengeling
Max-Planck-Gesellschaft in München
Leider können wir Tierversuche in der Forschung noch nicht vollständig ersetzen. Sie können aber auch dem Tierschutz zugute kommen. So brauchen wir sie für die Entwicklung neuer Behandlungen in der Tiermedizin und zur Ausbildung von Tierärztinnen und Tierärzten.
Prof. Iain D. Couzin
MPI in Konstanz
Wir wollen die Entscheidungsfindung von Tieren in der Natur verstehen und vorhersagen. Durch den Einsatz neuer Technologien in Laborexperimenten können wir zum ersten Mal die komplexen Bewegungen von Individuen in natürlichen Umgebungen messen.
Dr. Mark Cronan
MPI für Infektionsbiologie in Berlin
Mein Team erforscht Tuberkulose. Die Erkrankung betrifft mehrere Organe und löst komplizierte Immunreaktionen aus, die in Zellkulturen nicht nachgebildet werden können. Mit Hilfe von Zebrafischen haben wir neue Erkenntnisse über die Tuberkulose beim Menschen gewonnen.
Dr. Asifa Akhtar
MPI für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg
Viele Proteine bei Mensch und Fliege weisen große Gemeinsamkeiten auf. Vor kurzem haben wir entdeckt, dass eine Mutation in einem Protein, an dem wir in der Fliege arbeiten, für die Entstehung einer neurologischen Entwicklungsstörung beim Menschen verantwortlich ist.
Dr. Jennifer Li & Dr. Drew Robson
MPI für biologische Kybernetik in Tübingen
In den letzten Jahren wurden Technologien entwickelt, um Nervenzellen zu untersuchen, ohne das Verhalten von Tieren zu stören. Unser Labor hat ein Mikroskop entwickelt, das die neuronale Aktivität im Gehirn von Zebrafischen aufzeichnen kann, während sie schwimmen.