Geschelchtsbestimmung beim Weißbüschelaffennachwuchs

Tierversuche sind keine Geheimsache!

Statement der Initiative Tierversuche verstehen zur ZDF-„37°“-Dokumentation „Geheimsache Tierversuche: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“

Nachfolgend haben wir unterschiedliche Belege für den transparenten Umgang mit Tierversuchen zusammengestellt:

> Aus erster Hand, direkt aus der Forschung

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, findet zahlreiche authentische Aufnahmen aus konkreten Forschungsprojekten. Auch Tierversuche verstehen veröffentlicht seit nun bereits 10 Jahren Texte, Interviews, Bild-, Audio und Videomaterial, in denen Forschende, Tierärzt*innen und Tierpflegende ihre Arbeit erklären und Einblicke in Experimente, Labore, Tierhaltung und den Umgang mit Versuchstieren geben. Als Informationsinitiative der Wissenschaft trägt Tierversuche verstehen dazu bei, die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen und eine sachliche öffentliche Debatte zu fördern.

Auch außerhalb von Tierversuche verstehen sind authentische Bilder und Filmaufnahmen aus deutschen Forschungseinrichtungen vielfach öffentlich frei verfügbar. Ein wachsender Anteil der Forschungseinrichtungen stellt selbst Bild- und Filmmaterial aus der eigenen Forschung oder etwa virtuelle Rundgänge durch die Laborbereiche zur Verfügung. Einige Beispiele für Bildmaterial auf institutseigenen Webseiten finden Sie unten sowie über die Unterzeichnenden der Initiative Transparente Tierversuche. Daneben gibt es auch aus anderen europäischen Ländern zahlreiche authentische Fotos und Videos, die Forschung mit und an Tieren zeigt (Links s.u.).

> Aus unabhängigem, kritischen Journalismus

Auch authentisches Informationsmaterial aus Forschungseinrichtungen ist selbstverständlich kein Ersatz für unabhängige journalistische Beiträge. Bei einem kontroversen und gesellschaftlich relevanten Thema wie Tierversuchen ist eine unabhängige journalistische Berichterstattung für eine informierte Debatte ohne Zweifel besonders wichtig. Tierversuche verstehen setzt sich daher dafür ein, dass Forschungseinrichtungen Presseanfragen transparent beantworten und Journalist*innen einen direkten Einblick in Tierversuche gewähren, wo dies mit Rücksicht auf Versuchsbedingungen und Tierschutz möglich ist. Dazu gehören selbstverständlich auch journalistische Drehanfragen, sofern diese nicht von vornherein eine skandalisierende Darstellung ohne Raum für differenzierte Argumentationen und die Perspektive der betroffenen Verantwortlichen vermuten lassen. In Pressegesprächen und Interviews sollte nicht nur über mithilfe von Tierversuchen erzielte Forschungsergebnisse gesprochen werden, sondern auch über Belastungen für die Versuchstiere, sich daraus ergebende ethische Fragen sowie die Chancen und Grenzen von Alternativmethoden. Mediale Berichterstattung kann Menschen auf das Thema aufmerksam machen und sie in die Lage versetzen, sich auf Grundlage möglichst umfassender Informationen eine eigene Meinung zu bilden. Forschungseinrichtungen sollten journalistischen Anfragen daher grundsätzlich offen und unterstützend begegnen. In vielen Einrichtungen ist das nach unserer Erfahrung bereits der Fall, und es werden stetig mehr.

Wir haben unten einige Beispiele für Filme, die durch unabhängige Filmteams erstellt wurden, zusammengetragen. Darunter sind auch Aufnahmen belastender Versuche wie etwa operative Eingriffe zu sehen. Die Beispiele zeigen: Tierversuche sind in Deutschland keineswegs „Geheimsache“.

> Bei staatlichen Stellen

Tierversuche sind genehmigungspflichtig und unterliegen einer vollständigen staatlichen Kontrolle – vor, während und nach den Versuchen. Sie dürfen nur durchgeführt werden, wenn keine Alternative zur Verfügung steht. In jedem Bundesland gibt es zuständige Behörden wie Landesämter und Regierungspräsidien, die Anträge auf Tierversuche im öffentlichen Auftrag prüfen und genehmigen müssen. Dabei wirken auch Sachverständige mit, die auf Vorschlag von Tierschutzverbänden berufen werden.

Zudem gibt es eine gesetzliche Verpflichtung, Informationen über jeden behördlich genehmigten Tierversuch in einer öffentlichen Datenbank einzustellen. Die einfach durchsuchbare Datenbank Animaltestinfo, die vom Bundesinstitut für Risikobewertung betrieben wird, enthält Projektzusammenfassungen aller Versuche seit 2014, inkl. Beschreibung der Verfahren und Methoden, des Versuchszwecks, der Zahl und Art der eingesetzten Tiere sowie des Nutzens und des Schadens für die Tiere.

Wo hakt es noch?

Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen, der Schutz von Mitarbeitenden und Tieren sowie hygienische, organisatorische oder unternehmerische Vorgaben und nicht zuletzt auch versuchsbedingte Einschränkungen können einem Dreh entgegenstehen. Dass nicht jedes Labor für journalistische Anfragen geöffnet werden kann, ist daher oft nicht durch mangelnden Willen zu offener Kommunikation begründet, sondern durch praktische Hürden. Diese Hürden abzubauen und ohne größere Unterbrechungen der Forschungsarbeit Presse- und andere Besuche in Tierhaltungen und Laboren zu ermöglichen, kann durch klare institutsinterne Regelungen und Unterstützung der Leitungsebene gelingen.

Transparenz weiter verbessern

Selbstverpflichtung zu offener Tierversuchskommunikation

Die „Initiative Transparente Tierversuche“ hat sich bereits vor 5 Jahren zum Ziel gesetzt, in Form einer Selbstverpflichtung über Tierversuche offener und proaktiver zu kommunizieren. Seit ihrer Gründung im Jahr 2021 haben inzwischen 132 Institutionen die gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Die wachsende Offenheit dieser Vorreiter erzeugt einen positiven Druck im biomedizinischen Sektor für eine offenere Kommunikation zum Thema Tierversuche insgesamt.

Die Transparenzinitiative unterstützt Forschungseinrichtungen also einerseits dabei, Strukturen für eigene Informationskanäle zu schaffen, andererseits aber auch, Presse- und Politikanfragen offen und positiv zu begegnen und Informationen zu Tierversuchen auffindbar, verständlich und konkret zu vermitteln.

Fazit

Alle Filme rund um das Thema Tierversuche, die seit 2016 über den Tierversuche verstehen-Youtube-Kanal veröffentlicht wurden, sind hier zu finden:
https://www.youtube.com/@tierversuche-verstehen

Beispiele für Filme von Tierversuche verstehen, die auch belastende Tierversuche zeigen:

Beispiele von virtuellen Laborrundgängen im Internet:

Beispiele für Videos aus unabhängigem Journalismus:

  • Y-Kollektiv: „Tierleid für die Forschung – Brauchen wir überhaupt noch Tierversuche?“:

https://youtu.be/FvJ3U4NH0X8?t=484

  • Bayrischer Rundfunk – Die Frage: „Tierversuche Doku: Warum brauchen wir Tierversuche? | Warum lassen wir Tiere leiden?“:
  • ZDF – Terra X – Harald Lesch „Der Kampf gegen Depressionen“:
  • ZEIT Wissen Reportage „Liebe Forscher, könnt ihr mich überzeugen, dass Tierversuche notwendig sind?“:
  • YouTuber Tomatolix: „1 Tag im Tierversuchslabor: So ist es wirklich!“

Internationale Quelle für Bildmaterial von Tierversuchen

Frau und Fragezeichen

Dialog

Fragen Sie uns

Unsere Experten beantworten gerne Ihre Fragen.

Kontaktformular Schreib uns eine E-Mail
Tierversuche verstehen-Podcast
"Fabeln, Fell und Fakten":