Rhesusaffen von großer Bedeutung für die Coronaforschung

Rhesusaffen von großer Bedeutung für die Coronaforschung

Ein Rhesusaffenweibchen (Macaca mulatta) am Taj Mahal in Agra, Uttar Pradesh, Nordindien.

Viele der menschlichen COVID-19-Symptome zeigen sich auch bei Rhesusaffen. Dadurch ließen sich bereits wichtige Erkenntnisse für den Verlauf der Erkrankung und zur Entwicklung von möglichen Impfstoffen gewinnen.

15.5..2020

Das derzeit weltweit kursierende Coronavirus (SARS-CoV-2) verursacht Atemwegserkrankungen mit einer Sterblichkeitsrate von ca. 2 %. In einer aktuellen Studie konnten Wissenschaftler jetzt bestätigen, dass eine Infektion von Rhesusaffen mit SARS-CoV-2 auch viele der beim Menschen auftretenden Symptome verursacht.

Die neue Studie ergänzt damit Befunde aus vorhergehenden Studien. So fanden chinesische Forscher mithilfe von Rhesusaffen bereits Hinweise auf eine Immunität nach durchgemachter Infektion mit dem Coronavirus. Ein weiterer Befund unterstreicht, dass die Erkrankung bei den Rhesusaffen ähnlich wie bei Menschen verläuft: Ältere Tiere zeigten schwerere Symptome als junge Tiere.

Rhesusaffen im Außengehege
Rhesusaffen (Macaca mulatta) im Außengehege des Deutschen Primatenzentrums, Göttingen

Diese Erkenntnisse machen die Rhesusaffen somit zu einem wichtigen Tiermodell für die Suche nach Therapien und Impfstoffen zur Behandlung von COVID-19. Tatsächlich wurden Rhesusaffen in einer weiteren chinesischen Studie bereits für erste Impfstofftests eingesetzt. Die Forscher konnten beobachten, dass die Tiere nach der Impfung mit speziellen abgetöteten Coronaviren eine schützende Immunantwort ausbildeten und auch nach einer Infektion mit hohen Dosen lebender Viren keine Krankheitssymptome zeigten.

Für die aktuelle Studie, die an der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde NIH durchgeführt wurde, wurden acht erwachsene Rhesusaffen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Tiere entwickelten bereits nach kurzer Zeit Atemwegserkrankungen mit einer Krankheitsdauer von 8-16 Tagen und zeigten somit einen ähnlichen Verlauf wie beim Menschen. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen konnten Lungeninfiltrate nachgewiesen werden, die charakteristisch für die menschliche Erkrankung sind. Ebenso konnten hohe Viruslasten in Nasen- und Rachenabstrichen sowie in Proben aus der Lunge festgestellt werden.

Die Entwicklung ähnlicher Krankheitssymptome wie beim Menschen macht die Rhesusaffen zu idealen Tiermodellen, um die Entwicklung von COVID-19 besser zu verstehen und neue Medikamente und Impfstoffe, im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit, zuverlässig zu überprüfen.


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