Haustiere – „virale Sackgassen“ oder Infektionsgefahr?

Haustiere – „virale Sackgassen“ oder Infektionsgefahr?

Hunde sind empfänglich für SARS-CoV-2. Das Foto entstand vor der aktuellen Pandemie. Foto: Understanding Animal Research

Eine neue Studie aus Hongkong zeigt, dass auch Hunde sich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren können. Ein Team um Malik Peiris, Professor an der Universität Hongkong, untersuchte 15 Hunde, die in Haushalten mit Corona-Infizierten lebten. Bei zwei Tieren konnten die Wissenschaftler das Virus nachweisen. Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass Hunde nicht für das Virus empfänglichen seien.

Covid-19 ist eine Zoonose, Menschen und Tiere können sich also gegenseitig mit der Krankheit anstecken. Weltweit überprüfen Forschungseinrichtungen, darunter auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), ob und ggfs. welche Tiere sich mit SARS-CoV-2 anstecken können. Insbesondere Nutztiere und lebensmittelliefernde Tiere stehen im Fokus der Untersuchungen, da sie eine potenzielle Infektionsgefahr für die Bevölkerung darstellen. Aber auch Haustiere stehen im engen Kontakt zu Menschen.

Können Hunde ihre Halter anstecken?

10 Fakten zu Hunden

10 Fakten zu Hunden

Bei Hunden ist dies weiterhin unklar. Obwohl die Wissenschaftler in Hongkong das Virus in zwei Hunden nachweisen konnten, untersuchte die Studie eine sehr kleine Stichprobe, weshalb viele Fragen offen bleiben. Zum Beispiel, ob infizierte Hunde ihre Artgenossen oder Menschen mit SARS-CoV-2 anstecken können. Hierauf gibt es laut FLI aber keinerlei Hinweise. Eine Studie der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften legt außerdem nahe, dass die Tiere wenig anfällig für das neue Coronavirus sind.

In Katzen hingegen kann sich das Virus gut vermehren, wie aus verschiedenen Studien hervorgeht. Sie zeigen nicht nur vereinzelt Krankheitssymptome, sondern können sich auch untereinander anstecken. Auch bei Katzen gibt es laut Aussage des Friedrich-Loeffler-Instituts keine Hinweise darauf, dass sie SARS-CoV-2 auf Menschen übertragen können.

Hamster eignen sich für die Corona-Forschung

Gleich zwei aktuelle Studien zeigen, dass sich neben Katzen und Hunden auch Goldhamster mit dem neuen Coronavirus infizieren können. Die Tiere zeigten darüber hinaus Symptome wie Kurzatmigkeit und Gewichtsverlust, erholten sich aber alle wieder von der Krankheit. Infizierte Hamster steckten gesunde Artgenossen an, die im gleichen Käfig lebten. Dabei standen die Hamster allerdings nicht als Haustiere im Fokus der Forscher. Das zentrale Ziel der Studien war es herauszufinden, ob Goldhamster als Tiermodell für Covid-19 in Frage kommen. Zuvor hatten Forscher aus Deutschland und Südkorea bereits Frettchen als Infektionsmodell für SARS-CoV-2 vorgestellt. Diese Tiere vermehren das Virus ebenfalls und stecken Artgenossen an, zeigen aber kaum Symptome der Krankheit. Dies ist bei Goldhamstern allerdings der Fall, sodass die Nagetiere auch ein Modell für die Übertragung, Entwicklung und Behandlung der Krankheit sein könnten.

Auch für andere Haustiere gilt, dass eine Ansteckung durch kranke Besitzer nicht grundlegend auszuschließen sei, so das Friedrich-Loeffler-Institut. Das liegt vor allem daran, dass das direkte Umfeld von Corona-Kranken deutlich stärker mit den Viren belastet ist und so auch die Tiere mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommen. Infizierte Halter sollten daher den engen Kontakt zu ihren Tieren vermeiden und besonders auf die Hygienerichtlinien achten.


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