Verantwortung zeigen, Dialog fördern – auch 2026 nutzen zahlreiche Forschungseinrichtungen den Internationalen Tag des Versuchstiers am 24. April, um Einblicke in ihre Arbeit mit Versuchstieren zu geben und den Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen. Auch in diesem Jahr engagieren sich wieder zahlreiche Unterzeichnende der Initiative Transparente Tierversuche, die mittlerweile von über 120 Universitäten, Kliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen getragen wird. Mit einer breiten Palette an Aktionen – von öffentlichen Veranstaltungen und digitalen Informationsangeboten bis hin zu Pressegesprächen und Social-Media-Kampagnen – setzen sie sich für mehr Transparenz und eine sachliche, faktenbasierte Diskussion rund um Tierversuche ein. Dabei spielen auch interne Aktionen innerhalb der Einrichtungen eine wichtige Rolle, um die Mitarbeitenden zu sensibilisieren und den Austausch über ethische Fragestellungen und die Bedeutung der Forschung zu fördern. Im Folgenden haben wir einige der Aktivitäten zum Tag des Versuchstiers 2026 für Sie zusammengestellt.
Die Informationsinitiative Tierversuche verstehen veröffentlicht jährlich zum Tag des Versuchstiers den Kompass Tierversuche, dieses Jahr bereits in der sechten Auflage!
Die Abteilung „Animal Management and Welfare“ der Bayer AG in Wuppertal und Berlin lädt anlässlich des Tags des Versuchstiers am 24.04.2026 zu einer zweiwöchigen Posterausstellung mit offenen Diskussionsrunden ein. Mitarbeitende können sich über 4R-Projekte (replace, reduce, refine, responsibilty), die Haltung der Versuchstiere vor Ort sowie aktuelle Entwicklungen in der Versuchstierkunde informieren. Gemeinsam möchten wir das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Tierversuchen stärken und einen offenen, respektvollen Austausch fördern.
Zum Tag des Versuchstiers werden auf der Charité 3R Webseite unter der Rubrik Zahlen und Fakten zu Tierversuchen die Versuchstierzahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht, ergänzt durch einordnende Informationen. Zudem wird eine Forschungsgeschichte aus dem Bereich Refinement vorgestellt: Im Fokus steht die Entwicklung einer neuen Methode, um hohen Blutzucker bei Mäusen zu erkennen, ohne Blutproben nehmen zu müssen. Darüber hinaus erscheint eine Pressemeldung zum Start des Verbundprojekts TRACKIN, das gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Universitätsklinikum Düsseldorf Schulungs- und Vernetzungsangebote zur Weiterentwicklung von Refinement-Ansätzen erarbeitet.
Zum Welt-Versuchstiertag am 24. April hat das Zentrum für Präklinische Forschung des DKFZ seinen Internetauftritt grundlegend überarbeitet und erweitert. Im Mittelpunkt stehen dabei aktuelle Versuchstierzahlen, detaillierte Statistiken zu Tierarten und Verwendungszwecken sowie ein umfassender FAQ-Bereich, der häufig gestellte Fragen rund um Tierversuche am DKFZ beantwortet. Außerdem ermöglicht das DKFZ wieder an zwei Terminen Schulklassen einen Besuch der Tierhaltung. Die verfügbaren Termine waren innerhalb weniger Minuten vergeben, finden also großen Anklang bei den Lehrerkräften und Schüler*innen. Das Ziel der Aktion ist es, Einblicke zu geben, Hintergründe zu erläutern und einen faktenbasierten Dialog zu ermöglichen.
Anlässlich des Tags des Versuchstiers am 24. April hat das DPZ gemeinsam mit weiteren Göttinger Forschungseinrichtungen eine Newsmeldung veröffentlicht: Die Einrichtungen des Göttingen Campus informieren über ihre Forschung mit Tieren und laden Besucher*innen zu Führungen und Besichtigungen ein. Das DPZ bietet ab Mai 2026 wieder regelmäßig öffentliche Führungen durch die Primatenhaltung an. Interessierte erhalten dabei einen direkten Einblick in die Forschung mit nicht-menschlichen Primaten und können sich selbst ein Bild von der Tierhaltung am Institut machen. Die nächsten Termine sind am 8. und 20. Mai. Eine Anmeldung ist vorab über die Website erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.
Das Forschungszentrum Borstel- Leibniz Lungenzentrum nutzt den Tag des Versuchstiers als Anlass für eine interne Informationsveranstaltung. Diese richtet sich primär an Mitarbeitende, die nicht in Tierversuchen tätig sind, um das Bewusstsein für Tierversuche als Teil der biomedizinischen Forschung zu stärken. Im Rahmen der Veranstaltung werden die institutseigenen Zahlen, sowie die Arbeit am Tier, vorgestellt. Dazu halten die Tierschutzbeauftragte, aber auch Tierpflegende, Kurzvorträge und Posterpräsentationen. Auf diese Weise soll transparent über die Tierversuche am Zentrum informiert werden.
Anlässlich des Tags des Versuchstiers und des Tierschutzes fand am 24. April 2026 bereits der 2. Hamburger Tag des Versuchstieres statt, organisiert in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg, dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dem Leibniz-Institut für Virologie und der Evotec SE. Zahlreiche Forschende, interessierte Mitarbeitende und tierpflegerische Fachkräfte aus der Hamburger Wissenschaftslandschaft kamen im Hörsaal Zoologie der Universität Hamburg zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in der 3R-Forschung und innovative Tiermodelle in der biomedizinischen Forschung auszutauschen. Das vielfältige Programm reichte von Vorträgen zu Refinement-Strategien und verbesserten Haltungsmethoden über Einblicke in präklinische Modelle für Stoffwechsel- und Herzerkrankungen bis hin zu spannenden Perspektiven aus der norddeutschen Forschungslandschaft. Begleitet wurde die Veranstaltung von Posterpräsentationen und lebhaften Gesprächen, die den interdisziplinären Austausch förderten und wichtige Impulse für zukünftige gemeinsame Aktivitäten setzten. Eine dritte Auflage dieser Veranstaltung für das nächste Jahr ist bereits angedacht.
Impfungen haben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation in den letzten 50 Jahren mehr als 150 Millionen Leben gerettet. Ihre Entwicklung wäre jedoch unmöglich ohne den Einsatz von Tierversuchen. Am 24. April treffen diese beiden Themen aufeinander: An diesem Tag wird neben dem Tag des Versuchstiers auch der Start der Weltimpfwoche begangen. Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) entwickeln Forscher:innen innovative Impfstofftechnologien, um langfristig Auffrischungsimpfungen überflüssig zu machen. Dabei setzen sie auch Tierversuche ein, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe zu prüfen.
Link: https://www.helmholtz-hzi.de/media-center/newsroom/news-detailseite/weltimpfwoche-und-internationaler-tag-des-versuchstiers-forschung-fuer-besseren-impfschutz/
Die Universität Würzburg hat anlässlich des Tags des Versuchstiers eine neue Website für den Lehrstuhl für Versuchstierkunde und Tierschutz veröffentlicht:
https://www.med.uni-wuerzburg.de/versuchstierkunde-tierschutz/
Damit wird ein zentraler Zugang zu verlässlichen Informationen über den Einsatz von Versuchstieren am Standort geschaffen.
Die Online-Aktion des 3R Kompetenznetzwerks NRW zum Tag des Versuchstiers 2026 dreht sich darum, wie Graumulle als Tiermodell in der biomedizinischen Forschung zu bedeutenden Erkenntnissen beitragen. Warum werden Graumulle als Versuchstiere eingesetzt? In welchen Bereichen der biomedizinischen Forschung spielen sie eine Rolle? Wie sehen Haltungsbedingungen, Verhalten und Sozialstruktur im Labor aus? Welche wissenschaftlichen Fortschritte wurden durch diese Tierart ermöglicht? Erfahren Sie mehr über Graumulle und weitere Versuchstiere auf unserer Website zum Internationalen Tag des Versuchstiers.
Offen und proaktiv über Tierversuche zu kommunizieren, ist am Max Delbrück Center (MDC) seit vielen Jahren im Selbstverständnis verankert. Anlässlich des Tags des Versuchstieres veröffentlicht das MDC sie eigenen Tierzahlen für das Jahr 2025: https://www.mdc-berlin.de/de/forschung-tierversuche-3r/zahlen-und-fakten
Das MDC will mit dieser Transparenz Fakten liefern und so den gesellschaftlichen Dialog zu Tierversuchen und Tierschutz versachlichen.
Die Ruhr-Universität Bochum lädt zum Tag des Versuchstiers Interessierte aus der Universität und der Öffentlichkeit zu einer interdisziplinären Veranstaltung ein. Forschende aus Psychologie, Biologie und translationaler Medizin werden ihre Arbeit vorstellen und Einblick in aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen und Methoden der tierexperimentellen Forschung geben. Mit der Veranstaltung verfolgt die Universität das Ziel Transparenz zu schaffen, den interdisziplinären Austausch zu fördern und verschiedene Perspektiven sichtbar zu machen.
Die Universität Bonn sowie das Universitätsklinikum Bonn (UKB) bieten im Rahmen des Tags des Versuchstiers für Universitätsangehörige Führungen durch verschiedene Tierhaltungen an. Die Teilnehmenden haben so die Möglichkeit, mit dem Thema Tierversuche in Kontakt zu kommen, sich über die Bedingungen in einer tierexperimentellen Haltung zu informieren und die Fragen zu stellen, die sie schon immer bewegt haben. Ergänzend dazu stellen Forschende in Kurzvorträgen vor, welche Chancen und Einschränkungen Organoide bieten, um Tierversuche zu reduzieren.
Zum „Tag des Versuchstiers“ am 24.04.2026 lädt die Universitätsmedizin Leipzig ihre rund 10.000 Beschäftigten zu Führungen durch das Medizinisch-Experimentelle Zentrum ein. Das kostenfreie Angebot mit Gelegenheit zum offenen Austausch über Tierversuche in der Forschung wird sehr gut angenommen. Das Medizinisch-Experimentelle Zentrum ist die zentrale Tierhaltung der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Es handelt sich um eine in vier Teilbereiche gegliederte, dezentrale Dienstleistungseinrichtung, in der kleine bis mittelgroße Versuchstiere gezüchtet und gehalten werden.
Zum Tag des Versuchstiers hat das Universitätsklinikum RWTH Aachen ein Interview rund um das Thema Tiere in der Forschung mit Univ.-Prof. Dr. med. René H. Tolba, Direktor des Instituts für Versuchstierkunde, beigesteuert. Darin erläutert er, warum Tierversuche in der Forschung aktuell nicht vollständig ersetzt werden können und welche Rolle sie im wissenschaftlichen Fortschritt spielen. Der Beitrag „Wieso es weiter Tierversuche in der Forschung gibt“ ist hier abrufbar: https://www.tagesschau.de/wissen/tiere/tierversuche-174.html
Die VolkswagenStiftung veröffentlicht anlässlich des Tags des Versuchstiers 2026 einen Beitrag über ein stiftungsgefördertes 3R-Projekt. Die Primary Tissue Pipeline (PTP), ein Projekt an der Charité Berlin, bringt Gewebe, das bei Operationen am Mensch entnommen wird, innerhalb kürzester Zeit ins Forschungslabor. So arbeiten Wissenschaftler:innen mit frischem humanem Material bspw. für Organoide. Auch wenn sich in vielen Forschungsbereichen, wo etwa das Immunsystem ein wichtiger Einflussfaktor ist, nur das Tiermodell zum Einsatz kommen kann, wird die PTP in anderen Fällen dazu beitragen, die Anzahl der Tierversuche zu verringern. Angestrebt ist die dauerhafte Etablierung und bestenfalls auch die Adaption an anderen kliniknahen Forschungsstandorten.
Anlässlich des Tags des Versuchstiers lädt das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim interessierte Mitarbeitende zur internen Veranstaltung Talk & Snack – gemeinsam für mehr Tierwohl ein. Organisiert vom Tierlabor und dem 3R-Zentrum Rhein-Neckar, steht der Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Arbeitsbereichen im Mittelpunkt – insbesondere der Dialog mit den Tierpflegerinnen und Tierpflegern. Ziel ist es, voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu überlegen, wie der Umgang mit den Tieren am ZI weiter verbessert werden kann.